Otto – ein tropischer Sturm

In den letzten Tagen hat es hier ausgesehen wie im deutschen Herbst. Wetter zum Liegenbleiben. Schadenfreude da drüben? Zumindest haben wir es 20°C wärmer, mindestens.

Scheint, dass der ausklingende El Niño uns deutlich mehr Regen gebracht hat, als in den Vorjahren. Und gestern hatte sich nördlich der panamesischen Karibikküste eine tropische Depression gebildet, ein Tiefdruckgebiet, dass sich bereits zum tropischen Sturm entwickelt und den Namen Otto bekommen hat. Lustig.

 

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Quelle: NOAA

Außer viel Regen haben wir nichts zu befürchten, denn diese Wettererscheinungen ziehen im Karibischen Meer immer mehr oder weniger nach Norden. Außerdem scheint Otto sich schon wieder aufzulösen; in der 5-Tage-Vorschau ist er nicht mehr zu sehen.

Gute Aussichten und in ca. 3 Wochen ist ohnehin für 5 Monate Schluss mit Regen.

Der Regen kommt …

und dieses Jahr planmäßig am 15. April.

Wir sind auf der Fahrt in die City, als es zu regnen beginnt. Unser running gag ist dann immer, dass wir in 5 oder 10 Minuten den ersten Unfall erwarten. Hat auch dieses Mal geklappt und so sah es aus:

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Keine Ahnung was man tun muss, um ein Auto so abzustellen. Auf jeden Fall ist es ungesund und hoffentlich haben es die Insassen einigermaßen unbeschadet überstanden.

Regensaison ist eine willkommene Abwechslung, nachdem wir seit unserer Rückkehr aus Deutschland Ende Dezember keine Regen mehr gesehen hatten. Es bedeutet immer noch 25 bis 32°C aber nicht mehr Vollsonne und nicht mehr als 1 Stunde Regen am Tag. Wohltuend für Mensch und Natur.

Alles anders

Nach drei Wochen Deutschland zurück in der neuen Heimat und alles ist anders. OK, nicht so dramatisch wie es klingen mag.

Erwartungsgemäß hat die Regenzeit begonnen und damit ist das verordnete Energiesparen beendet. So wie die Stauseen im Osten und Westen des Landes sich füllen, die Turbinen wieder laufen, können die Büros wieder auf Kühlschranktemperatur gekühlt und warme Arbeitskleidung angezogen werden. Man kommt ja in Panama in Shorts in keine Behörde. Dachte ursprünglich,dass das eine reine Formfrage wäre, aber möglicherweise ist es ja, um die Besucher vor dem Erfrieren zu bewahren. Nette Geste.

Mit der hiesigen Tourismusbehörde müsste mal geredet werden, um den irreführenden Begriff Regenzeit abzuschaffen. Anderswo wird ja von Grüner Zeit geredet, ein genialer Marketing-Schachzug.

In der Hauptstadt, in den Bergen und an der Karibikküste mag das mit der Regenzeit ja zutreffend sein. Entlang der Pazifikküste, dem wichtigsten Tourismus-Standort, ist es eher geschäftsschädigend. Drei- oder viermal pro Woche bekommen wir derzeit einen viertelstündigen Schauer ab und die teilweise Bewölkung während des Tages ist besser, als 12 Stunden pralle Sonne während der Trockenzeit von Dezember bis April, die wiederum ihren Namen zu Recht trägt.

War der Wetterwechsel erwartet worden, so war es der Ausgang der Präsidentschaftswahlen nicht. Der Kandidat von Präsident Martinelli’s Cambio Democratico war als Favorit gehandelt worden und lag auch in den Prognosen vorn. Grund dafür war sicher die beispiellose Infrastrukturentwicklung der letzten 5 Jahre. Das Volk scheint aber nach vielen Jahren der Diktatur sehr sensibel geworden zu sein, wenn eine Person, Partei, Gruppierung zu mächtig wird und wählt dann eben anders. Nicht die von Venzuela’s Maduro empfohlene PRD, erst recht nicht die wahrscheinlich von dort finanzierte FAD, sondern die mehr in der Mitte angesiedelten Panamenistas. Da auch die CD unverändert stärkste Kraft im Parlament ist, sind keine dramatischen Änderungen in Panama abzusehen. Gut so.

Ehrlich gesagt will ich mich mit Details der hiesigen politischen Landschaft nicht befassen müssen. Ich bin beeindruckt von der wirtschaftlichen Entwicklung und dem Potential, sehe aber auch, dass Korruption, eine nicht unabhängige Justiz sowie ein suboptimales Bildungssystem erhebliche Hindernisse darstellen.

Mit 365 Tagen Sonne, Strand und Meer kann man das alles aber ziemlich tranquilo nehmen.

Fehlender Regen bringt Panama in den Ausnahmezustand

Normalerweise setzt hier um den 15. April die Regensaison ein, mit heftigen Regenfällen insbesondere im Gebirge, das Panama auf voller Länge durchzieht.

In diesem Jahr ist das noch nicht passiert, hier an der Pazifikküste haben wir letzte Woche mal für 2 Stunden den ersten Schauer dieses Jahres gehabt.

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Nach 4 Monaten Trockenzeit sind aber die Wasserspeicher weitgehend leer: Lago Bayano im Osten und der Fortuna-Stausee im Westen des Landes.

 

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(Bild: http://www.panama-guide.com)

Dramatische Auswirkungen hat das derzeit auf die Stromerzeugung, weil ca. ein Drittel mittels Wasserkraft erzeugt wird. Und die Stausseen sind fast leer.

Kein Wunder, dass Präsident Martinelli beim Lateinamerika Gipfel vor 2 Wochen US-Präsident Obama um die Lieferung von Flüssiggas zu den aktuell sehr niedrigen Preisen gebeten hat. Damit kann bezahlbare und saubere Energie erzeugt werden, mit erschwinglichen Investitionen.

Noch kein Problem gibt es mit der Trinkwasserversorgung und dem Kanal, der sozusagen von Regenwasser gespeist wird.

Wasser, Wasser, Wasser

Im Oktober und November ist regelmäßig Höhepunkt der Regenzeit, die von April bis Anfang Dezember dauert. In den letzten 2 Tagen haben nun heftige Regenfälle lokal zu Überschwemmungen und Erdrutschen geführt. 5 Menschen haben dabei ihr Leben verloren.

Video (Reuters)

 

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(Bilder: http://www.panama-guide.com)

Betroffen waren in diesen Tagen die Gegend um Colon an der Karibikküste, sowie La Chorrera, westlich von Panama City.

Mal so, mal so – Regenzeit in Panama

Schlechtes Wetter in Panama bedeutet nicht Nebel, Nieselregen und niedrige Temperaturen, sondern immer noch 28°C und kurze aber heftige Regengüsse. Und die Wetterlage ändert sich schnell.

Hier ein Beispiel, wie ein richtig schlechter Tag im Satellitenbild aussieht:

 

 

Panama ist das, was wie ein nach links springender Tiger voll unter der oberen Wolkenformation zu sehen ist.

Und hier ein Tag später:

 

 

Das sieht schon wieder besser aus, oder?

Unwetter über Panama

Nein, es gibt keine Hurricanes oder Tornados hier.

Was nicht heisst, dass es keine Unwetter gibt. Der gestrige Sonntag war ein gutes Beispiel. Das Satellitenbild vom Nachmittag zeigt ein großes Unwettergebiet vor der Pazifikküste, das sich über mehrere hundert Kilometer erstreckt. Die Karibikküste im Norden des Landes ist nahezu wolkenfrei.

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Am Boden sieht das dann etwa so aus.

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Die schlechte Bildqualität ist der Dunkelheit geschuldet. Die zahlreichen Blitze am Himmel kommen nie synchron zur Aufnahme.

Die Meldungen dazu:

– Mehr als 20 Bäume in Panama City entwurzelt.

– Landebahnbeleuchtung am Flughafen Tocumen teilweise ausgefallen.

– Zehn Flüge zum Flughafen Panama Pacifico umgeleitetet, weitere nach Cartagena in Kolumbien.

In der Regenzeit, von März bis November, fängt der Tag meist sonnig an. Über dem Gebirge bauen sich dann Gewitterwolken auf, die sich ausbreiten. Am späten Nachmittag oder Abend kommt es dann zu heftigen Gewittern, über Land oder draußen auf dem Pazifik. Und es kühlt deutlich ab – auf 24 oder 25°C. Der tropische Thermostat in Aktion.

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