Was bringt der neue Präsident für Panama?

Für alle, die Panama auf ihrer Liste der Zielländer haben, ist ja die politische und ökonomische Situation im Wunschland wichtig. Deshalb kopiere ich in diesem Post einmal die ausführliche Sicht von Duncan McGowan, der mit Punta Pacifica Realty, eine der wichtigsten Immobilienfirmen in Panama führt. Ich teile seine Sichtweise.

Der Rauch lichtet sich nach einer kompetitiven Präsidentschaftswahl in Panama und hinterlässt einen klareren Blick auf die möglichen Auswirkungen auf die Wirtschaft und den Immobilienmarkt.

Der neue Präsident Laurentino „Nito“ Cortizo ist ein Viehzüchter und ehemaliger Landwirtschaftsminister, der allgemein als „zentristisch“ und geschäftsfreundlich gilt. Er schwört, ausländische Investitionen in Panama zu fördern und die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten zu verbessern, was sicherlich bei den Unternehmen und der Immobilienbranche ankommt. Cortizo studierte Betriebswirtschaft in den USA und promovierte an der University of Texas, Austin.

Cortizo sagte einem Reporter von Reuters: „Die Vereinigten Staaten sind unser strategischer Partner, unser wichtigster strategischer Partner… Diese Beziehung muss sich verbessern.“

Korruption war ein wichtiges Thema während der Kampagne und Cortizo wurde als der einzige Hauptkandidat mit einem makellosen Ruf angesehen. Trotz jahrelangem Regierungsdienst wurde er nie in einen Korruptionsskandal verwickelt. Neben der Erhöhung von Cortizo über eine lange Kandidatenliste entfernten die Wähler auch mehrere langjährige Abgeordnete, die als Dinosaurier und Teil des alten Systems in Panama angesehen wurden. Ein Schriftsteller sagt „die Wählerschaft wurde zu großen Gewinnern…. und verdrängte viele Gesetzgeber, die Jahrzehnte damit verbrachten, sich an der öffentlichen Trog zu ernähren.“

Cortizo baute seine Wirtschaftsplattform auf dem wachsenden Tourismus und den internationalen Investitionen auf – zwei Bereiche, die in den letzten Jahren im Rückstand waren. Beide Initiativen könnten sich direkt auf den Immobilienmarkt auswirken, insbesondere auf den Tourismus, von dem viele glauben, dass er für mehr Aufmerksamkeit längst überfällig ist. Der scheidende Präsident Juan Carlos Varela wurde oft als langsam angesehen, um in wirtschaftlichen Fragen voranzukommen, während er zu schnell war, um Abkommen mit China abzuschließen.

Die Wirtschaft war ein häufiges Thema, aber ein Großteil der Rhetorik entsprach nicht der Realität des Geschäftsklimas in Panama. Die Wirtschaft wächst nach wie vor am schnellsten in der Region. Aber viele Menschen hoffen auf die zweistelligen jährlichen Steigerungen von vor einigen Jahren, was einfach nicht realistisch ist und nicht wirklich das repräsentiert, was in Panama passiert.

Was wir haben, ist eine stabile, gesunde Wirtschaft, die nachhaltig wächst. Es gibt große, grundlegende Faktoren, darunter das Verkehrswachstum im Panamakanal, große Infrastrukturprojekte und die Eröffnung des größten Bergbaubetriebs in der Region, der Kupfermine Cobre Panama.

Der Wahlkampf war turbulent, aber er stellte die Demokratie in Aktion dar. Dies war erst die sechste Präsidentschaftswahl in Panama seit dem Sturz von Manuel Noriega 1989. Panama ist noch eine junge Demokratie und es ist spannend, den friedlichen und geordneten Verlauf der Regierung zu sehen.

Jetzt, da der Wahlkampf vorbei ist, können Investoren und Geschäftsleute Panama als ein stabiles Umfeld mit einem starken Fundament für die Zukunft sehen, während sich das Land als „Hub of the Americas“ entwickelt.

Panama hat gewählt

Alle 5 Jahre werden in Panama das Parlament und der Präsident gewählt. Gestern war der Tag und seit Samstag mittag bis heute Montag mittag war deshalb Alkoholverkauf und -genuss in der Öffentlichkeit untersagt.

Keine Ahnung, welche Auswirkungen das auf das Wahlergebnis gehabt hätte. Unsere Vorräte haben uns die Sperrzeit überleben lassen und als permanente Residenten haben wir ohnehin kein Wahlrecht.

Sieger wurde Laurentino „Nito“ Cortizo (66), Kandidat der Partido Revolucionario Democrático (PRD). Er hat an der University of Texas in Austin seinen Masterabschluss gemacht, ist Unternehmer und Politiker, war von 2004 bis 2006 schon Landwirtschaftsminister in der Regierung Torrijos.

prensa.com

Das ganze Land erwartet nun neuen Schwung, nachdem es unter Präsident Varela doch eher verhalten lief.

Ich bin gespannt, wie sich unter Cortizo die Beziehungen zur VR China entwickeln werden. Wünschenswert ist, dass man die wirtschaftlichen Beziehungen ausbaut, sich aber nicht in große Abhängigkeit begibt.

Zu gegebener Zeit werde ich in diesem Blog berichten, wie sich das Land unter seinem neuen Präsidenten entwickelt und hoffentlich nur gute Nachrichten haben.


Alles anders

Nach drei Wochen Deutschland zurück in der neuen Heimat und alles ist anders. OK, nicht so dramatisch wie es klingen mag.

Erwartungsgemäß hat die Regenzeit begonnen und damit ist das verordnete Energiesparen beendet. So wie die Stauseen im Osten und Westen des Landes sich füllen, die Turbinen wieder laufen, können die Büros wieder auf Kühlschranktemperatur gekühlt und warme Arbeitskleidung angezogen werden. Man kommt ja in Panama in Shorts in keine Behörde. Dachte ursprünglich,dass das eine reine Formfrage wäre, aber möglicherweise ist es ja, um die Besucher vor dem Erfrieren zu bewahren. Nette Geste.

Mit der hiesigen Tourismusbehörde müsste mal geredet werden, um den irreführenden Begriff Regenzeit abzuschaffen. Anderswo wird ja von Grüner Zeit geredet, ein genialer Marketing-Schachzug.

In der Hauptstadt, in den Bergen und an der Karibikküste mag das mit der Regenzeit ja zutreffend sein. Entlang der Pazifikküste, dem wichtigsten Tourismus-Standort, ist es eher geschäftsschädigend. Drei- oder viermal pro Woche bekommen wir derzeit einen viertelstündigen Schauer ab und die teilweise Bewölkung während des Tages ist besser, als 12 Stunden pralle Sonne während der Trockenzeit von Dezember bis April, die wiederum ihren Namen zu Recht trägt.

War der Wetterwechsel erwartet worden, so war es der Ausgang der Präsidentschaftswahlen nicht. Der Kandidat von Präsident Martinelli’s Cambio Democratico war als Favorit gehandelt worden und lag auch in den Prognosen vorn. Grund dafür war sicher die beispiellose Infrastrukturentwicklung der letzten 5 Jahre. Das Volk scheint aber nach vielen Jahren der Diktatur sehr sensibel geworden zu sein, wenn eine Person, Partei, Gruppierung zu mächtig wird und wählt dann eben anders. Nicht die von Venzuela’s Maduro empfohlene PRD, erst recht nicht die wahrscheinlich von dort finanzierte FAD, sondern die mehr in der Mitte angesiedelten Panamenistas. Da auch die CD unverändert stärkste Kraft im Parlament ist, sind keine dramatischen Änderungen in Panama abzusehen. Gut so.

Ehrlich gesagt will ich mich mit Details der hiesigen politischen Landschaft nicht befassen müssen. Ich bin beeindruckt von der wirtschaftlichen Entwicklung und dem Potential, sehe aber auch, dass Korruption, eine nicht unabhängige Justiz sowie ein suboptimales Bildungssystem erhebliche Hindernisse darstellen.

Mit 365 Tagen Sonne, Strand und Meer kann man das alles aber ziemlich tranquilo nehmen.

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