Alles anders

Nach drei Wochen Deutschland zurück in der neuen Heimat und alles ist anders. OK, nicht so dramatisch wie es klingen mag.

Erwartungsgemäß hat die Regenzeit begonnen und damit ist das verordnete Energiesparen beendet. So wie die Stauseen im Osten und Westen des Landes sich füllen, die Turbinen wieder laufen, können die Büros wieder auf Kühlschranktemperatur gekühlt und warme Arbeitskleidung angezogen werden. Man kommt ja in Panama in Shorts in keine Behörde. Dachte ursprünglich,dass das eine reine Formfrage wäre, aber möglicherweise ist es ja, um die Besucher vor dem Erfrieren zu bewahren. Nette Geste.

Mit der hiesigen Tourismusbehörde müsste mal geredet werden, um den irreführenden Begriff Regenzeit abzuschaffen. Anderswo wird ja von Grüner Zeit geredet, ein genialer Marketing-Schachzug.

In der Hauptstadt, in den Bergen und an der Karibikküste mag das mit der Regenzeit ja zutreffend sein. Entlang der Pazifikküste, dem wichtigsten Tourismus-Standort, ist es eher geschäftsschädigend. Drei- oder viermal pro Woche bekommen wir derzeit einen viertelstündigen Schauer ab und die teilweise Bewölkung während des Tages ist besser, als 12 Stunden pralle Sonne während der Trockenzeit von Dezember bis April, die wiederum ihren Namen zu Recht trägt.

War der Wetterwechsel erwartet worden, so war es der Ausgang der Präsidentschaftswahlen nicht. Der Kandidat von Präsident Martinelli’s Cambio Democratico war als Favorit gehandelt worden und lag auch in den Prognosen vorn. Grund dafür war sicher die beispiellose Infrastrukturentwicklung der letzten 5 Jahre. Das Volk scheint aber nach vielen Jahren der Diktatur sehr sensibel geworden zu sein, wenn eine Person, Partei, Gruppierung zu mächtig wird und wählt dann eben anders. Nicht die von Venzuela’s Maduro empfohlene PRD, erst recht nicht die wahrscheinlich von dort finanzierte FAD, sondern die mehr in der Mitte angesiedelten Panamenistas. Da auch die CD unverändert stärkste Kraft im Parlament ist, sind keine dramatischen Änderungen in Panama abzusehen. Gut so.

Ehrlich gesagt will ich mich mit Details der hiesigen politischen Landschaft nicht befassen müssen. Ich bin beeindruckt von der wirtschaftlichen Entwicklung und dem Potential, sehe aber auch, dass Korruption, eine nicht unabhängige Justiz sowie ein suboptimales Bildungssystem erhebliche Hindernisse darstellen.

Mit 365 Tagen Sonne, Strand und Meer kann man das alles aber ziemlich tranquilo nehmen.

Über jaypacific
Verbringe dein Leben in einer ewigen Glückseligkeit der Vorfreude, etwas zu erhoffen, zu erwarten, zu planen oder zu erträumen. ... Könnte von mir sein, ist aber von Kai Krause in "Das Wissen von morgen"

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