Rechnung mit Schwierigkeiten

Gestern haben wir zu zweit ein neues Restaurant am Strand von Santa Clara besucht, Las Tortugas. Ein Tisch im Sand, Blick zur Insel Farallon, zwei Portionen Fisch, Wein und Wasser. Alles bestens.

 

 

Als Jubilado oder Pensionado bekommt man in Panama auf das Essen netterweise 25% Rabatt. So wie auf Flug- und Ferrytickets, Kinokarten, Museumsbesuche usw. Leider nicht auf alkoholische Getränke.

Der Jubilado-Status ist an das Lebensalter gebunden. Als Pensionado gilt, wer egal welchen Alters, regelmäßige Einkünfte aus Pension, Fonds etc. nachweist. Er oder sie kann auf dieser Basis eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung erlangen und ebenfalls diese Rabatte in Anspruch nehmen.

Als die Rechnung Version #1 kommt, sind es $33, der Discount fehlt.

Wir weisen den netten Kellner nochmal darauf hin und er geht zurück zur Kasse. In der Version #2 lautet die Rechnung auf unerklärliche $31,15 und er weiß auch nicht warum.

Also selbst zur Kasse gehen und mit der netten jungen Frau verhandeln: Easy, jeder Fisch kostet $12 und 25% sind $3, die abzuziehen sind. Macht sie prompt und kommt auf $30, Version #3.

Wieder falsch, weil sie nur eine Portion rabattiert hat. Also nochmal in Ruhe erklären und sie bemerkt den Fehler. Version #4 und Endbetrag sind dann die korrekten $27.

Solche kleinen Unstimmigkeiten werden hier in aller Ruhe und freundlich beigelegt. Den eingesparten Betrag geben wir als Trinkgeld und alle sind zufrieden.

Und natürlich werden wir schon bald wieder im Las Tortugas essen.

 

El niño

Es sieht nicht gut aus im Fischmarkt dieser Tage.

Das als El Niño bekannte Wetterphänomen drückt warmes Wasser in den östlichen Zentralpazifik, also zu uns, und da ziehen sich die großen Fische zurück. Keine Ahnung wohin, aber in unserem Fischmarkt sind sie nicht.

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Kleine Vertreter der See- und Rotbarsche sind da, Shrimp und Langusten auch, aber die Prachtexemplare fehlen unentschuldigt.

Und noch was hat sich geändert. Mehr Wolken am ansonsten ausschließlich blauen Himmel und in den letzten Tagen sogar ein Regenschauer. Die sind sonst nicht vor Ende April, Anfang Mai angesagt.

Na gut. Wir passen uns an.

 

Kulinarisches

Wer nach Panama geht muss Fisch und sonstige Meeresfrüchte lieben, ein Land mit 2.490 km Küste an Karibik und Pazifik, mehr als 500 Flüssen und hunderten von Inseln.

Tag für Tag fahren die Fischer mit ihren Pangas in die küstennahen Gewässer und kommen mit vollen Netzen zurück, corvinas, pargos, dorados. Hin und her fahren die Shrimpkutter in Sichtweite und liefern langostinos Nachschub. Überall entlang der Küste sieht man die Aufzuchtteiche für camarones, die kleinen schmackhaften Garnelen. Und draußen auf den Inseln weiß jedermann, wo die besten Plätze für Langusten langostas sind. Alltagsessen.

Kein Restaurant im Land ist weiter als 50 km vom Meer oder 5 km vom nächsten Fluss entfernt, eine Frischegarantie, aber am besten schmeckt es natürlich immer direkt am Strand, mit Blick auf die Fischerboote.

Eine Spezialität, als Vorspeise, ist ceviche. Corvina oder camarones eingelegt in eine Essigmischung.  Lecker.

Wir bevorzugen den pescado entero, ein knusprig gebackener ganzer corvina (Seebarsch) oder pargo (Rotbarsch). Außen knusprig, innen saftig, auf Wunsch auch mit extra scharfer Sauce. Dazu ein eiskaltes Bier oder ein Glas Weisswein.

Als Beilage, fakultativ, frittierte Kochbananen oder Süßkartoffeln.

Wer Fisch und Meeresfrüchte nicht mag, ist hier im falschen Land unterwegs.  Er kann natürlich mit Hühnchen oder vegetarisch auch gut leben. Richtige Steaks gibt es in ausgewählten Restaurants, importiertes Fleisch aus Argentinien oder USA, die panamesischen Rinder sind eher für Leute mit sehr guten Zähnen. Schwein ist ok. Das war aber alles heute nicht mein Thema.

Der Todeskuss

Die habe ich später auf dem Teller.

Die Languste.

Image

(Bild: http://www.reason.com)

Wer von Panama City in Richtung Westen fährt, sieht nach etwa einer Stunde und direkt vor dem Ortseingang von  San Carlos ein rustikales italienisches Restaurant: Mamma Mia. Es gehört Robert und Bärbel.

MammaMia

Bärbel ist Deutsche und Robert US-Amerikaner, hat in Deutschland gelebt und studiert, spricht akzentfrei Deutsch.

Aus ihrer Zeit in Florenz haben die beiden eine Vorliebe für italienische Küche und einen original italienischen Pizzaofen mitgebracht. Wir hätten nie gedacht, dass man in Panama Pizza essen muss, aber die bei Robert sollte man nicht verpassen. Köstlich.

Daneben gibt es natürlich Fisch und Shrimp oder, sozusagen als Mischung zwischen Italien und Panama, traumhaft gewürzte Spaghetti mit einer ganzen Languste. Ohne die vielen Beine.

Das Mamma Mia öffnet 16 Uhr, Mittwoch nachmittag ist Happy Hour, Freitag abend Livemusik in sehr angenehmer Atmosphäre.

Außer dem Pizzaofen muss unbedingt die Bar erwähnt werden. Bier, Wein, Margaritas, Whisky … alles eben, was man zum gepflegten Chill-out braucht.

Sehen wir uns im Mamma Mia? Hasta pronto.

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