PISA und Panama

Wenn es zwei Dinge gibt, die Panama dringend verbessern muss, dann

  • Ausrottung der allgegenwärtigen Korruption
  • Optimierung der Bildung.

Auf den ersten Blick ist es ja ganz in Ordnung, wenn man dem radarmessenden Polizisten am Straßenrand einen 20-Dollar-Schein in die Hand drücken und damit ein 50-Dollar-Ticket abwenden kann. Wenn das aber bis hinein in Parlament, Regierung und vor allem Justiz so funktioniert, ist es bedenklich.

Mindestens ebenso ernst steht es um die Bildung: 10 Jahre lang hat das Land sich nicht an den unter dem Kürzel PISA bekannten Tests der OECD beteiligt und jetzt liegen die Ergebnisse des Jahres 2018 auf dem Tisch:

Man hat einen blamablen Platz 71 unter 77 Teilnehmern erreicht, was absolut inakzeptabel und hoffentlich Anstoß für zeitnahes Umsteuern ist.

Keine Zeit zu verlieren.

Bildungsreform hier – Klimanotstand dort

In Panama tagt derzeit das Netzwerk für Bildung in Lateinamerika (Reduca) und die Teilnehmer erklären Bildung als den Schlüssel zu Wohlstand in der Region, fordern eine Transformation der schulischen Ausbildung.

Zeitgleich dazu tagen die Mitglieder des EU-Parlaments in Brüssel und erklären den Klima-Notstand für den Kontinent.

Das fällt mir dazu spontan ein:

Und das scheint der Plan zu sein:

Und falls es irgendwie nicht aufgeht, dann einfach diesem Vorbild folgen:

„Unser Projekt ist wegen dem Klimawandel gescheitert.“

Dass immer mehr Probleme der Klimamodelle auftauchen, scheint die Politik nicht zu stören:

„Die verstärkte Erwärmung der Arktis wurde in den CMIP5 Modellen möglicherweise überschätzt.“

Möglicherweise nicht nur das. Hier ist, was die Klimamodelle als externe Einflüsse berücksichtigen:

Und das ist das Gesamtbild:

Quelle: Suspicious0berservers

Hochenergetische Partikel, Felder und Spektren werden ausgeblendet, damit sogar stillschweigend dem menschgemachten Anteil zuaddiert.

Und bevor solche Fakten der Öffentlichkeit bekannt werden können, hat man längst Notstandsgesetze etabliert, die unter dem Einfluss der Medien freudig begrüßt werden.

Da fragt man sich doch, was die vermeintlich bessere Bildung in den Ländern der EU wert ist, wenn dort die Lemminge hinter all den Weltuntergangspropheten herhüpfen, wie im Mittelalter. So lächerlich.

Genug davon?

Dann Koffer packen und besser leben in Panama.

Panama’s dunkle Seiten

Der Untertitel dieses Blogs lautet ja „Besser leben, sicher investieren“ und demzufolge berichte ich seit ein paar Jahren, überwiegend positiv, so wie ich es hier erlebe und es hier offiziell bestätigt wird. Was aber nicht heißt, dass alles nur Sonnenschein ist.

 

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Reden wir also mal über Schwachstellen.

Vorab: Panama hat nach der Absetzung des Militärdiktators Manuel Noriega in 1989 seine Armee abgeschafft, so wie Nachbar Costa Rica auch. Damit ist die traditionelle lateinamerikanische Art des Regierungswechsels erschwert, was politische Stabilität fördert. Das Land ist seitdem eine Demokratie. Statt Armee gibt es Nationalpolizei, Grenzschutz und Zivilschutz.

  • Panama ist, geografisch bedingt, Transitland für Drogen und Drogengelder. Diese Szene sowie Bandenkriminalität in einigen Vierteln der Hauptstadt sind die Hauptquellen für Gewaltkriminalität. Wer sich davon fernhält, wird wenig davon merken. Was im Land auffällt, sind bewaffnete Wachleute vor Banken und Geschäften, sowie vergitterte Grundstücke und Häuser. Einbrüche und Raubüberfälle kommen gelegentlich vor. Insgesamt zählt Panama aber zu den sicheren Ländern in Lateinamerika. Straßenkriminalität gibt es faktisch nicht.
  • Korruption ist ein Problem, das anscheinend in den lateinamerikanischen Genen fest verwurzelt ist. Vom Verkehrspolizisten, wo es ganz nützlich ist, bis hinauf zu Richtern und Ministern. Im Korruptionsindex von Transparency International hat sich das Ranking des Landes in den letzten Jahren verschlechtert.
  • Um das Rechtssystem zu charakterisieren muss man nur wissen, das ich allein schon 2 Personen kenne, die über Monate vermutlich unschuldig im Gefängnis saßen. Mehr dazu hier und hier. Wo man auch lesen kann, dass einer davon besser hätte drin bleiben sollen.
  • Panama ist ein bedeutendes Finanzzentrum Lateinamerikas und hat die Finanzkrise ab 2008 unbeschadet überstanden. Der seit 10 Jahren anhaltende Bauboom (Wohn- und Gewerbeimmobilien, Infrastruktur) sowie Kapitalflucht aus Venezuela und sicher auch Drogengeld haben den Banken glänzende Geschäfte beschert, aber auch Überhitzung verursacht. In unmittelbarer Nachbarschaft steht eine Hotelanlage seit 2 Jahren leer, die erst vor ca. 6 Jahren gebaut worden war.
  • Investitionssicherheit hat auch mit den vorgenannten Punkten Rechtssystem, Finanzstabilität und Korruption zu tun. Generell hat Panama ein funktionierendes Register für Unternehmen und Immobilien. Nicht zu vergessen, das Panama mit Abstand führendes Flaggenland der weltweiten Handelsflotte ist, was ohne Investitionssicherheit nicht der Fall wäre. Spätestens seit den Panama Papers ist bekannt, dass Gründung und Betrieb von offshore Firmen und Stiftungen hier gut organisiert ist. Und der Großteil wird sicher legal genutzt.
  • Panama hat eine junge Bevölkerung und es ist immer schön, die Kinder in ihren strahlend sauberen Schuluniformen zu sehen. Der Ruf des hiesigen Bildungssystems ist allerdings nicht so gut. Ausländer und wohlhabende Einheimische schicken ihren Nachwuchs deshalb gern auf internationale Privatschulen.
  • In einem Land, das über 10 Jahre hinweg Wachstum zwischen 6 und 10% realisiert hat, entsteht automatisch eine zahlenmäßig ansehnliche Mittelschicht. Neue Wohnsiedlungen und Einkaufszentren schießen wie Pilze aus dem Boden, die PKW-Flotte verjüngt sich sichtbar. Arbeitslosigkeit ist vernachlässigbar, es fehlen sogar Fachkräfte. Villen, Luxusapartments, Yachthäfen und Flugzeughangars zeigen, dass es eine zahlenmäßig große und sehr wohlhabende Oberschicht gibt. Demgegenüber stehen die indogenen Bevölkerungsgruppen, die in ihren autonomen Gebieten mehr oder weniger freiwillig einen exotischen Lebensstil pflegen. Wo immer Minen- oder Staudamm-Projekte etwas Wohlstand bringen könnten, finden sich wohlmeinende Ausländer, die ihnen einreden, sich dagegen zur Wehr zu setzen und ihren archaischen Lebensstil zu konservieren. Bettler sieht man hier nicht, von wenigen Ausnahmen abgesehen, wo schlimm verkrüppelte Menschen unaufdringlich eine Gabe erbitten und sich freundlich dafür bedanken.

Diese Auflistung soll ohne Zahlen und viele Details informieren, was einen hier auch erwartet, außer Sonnenschein und freundlichen Menschen.

Für uns ist die Gesamtbilanz deutlich positiv. Panama ist interessant und lebenswert.

Bildung in Deutschland: „Begabte nicht behindern“

Schwer zu glauben: Eine Frau Löhrmann, derzeit Präsdentin der Kultusministerkonferenz sagt im Handelsblatt-Interview:

„Pädagogen müssen künftig beides leisten: kein Kind zurücklassen – aber auch kein besonders Begabtes behindern.“

Habe ich das richtig gelesen, dass Begabte nicht behindert werden sollen?

Anderswo werden sie gefördert, in Deutschland schon mal nicht (mehr) behindert. Klingt wie Fortschritt. Und das unter der Artikel-Überschrift „Das Ziel ist die Spitzengruppe“. Genau so wird die eben niemals erreicht oder nur für irgendwelche Pisa-Statistiken, nicht für’s reale Leben.

In der gleichen Handelsblatt-Ausgabe wird unter der Überschrift „Die Zukunfts AG“ über das Silicon Valley berichtet. Beide Artikel haben nur auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun.

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