Corona Journal Tag 18. März

Es sieht so aus, als ob es in den kommenden Wochen und Monaten viel Zeit zum Schreiben geben wird. Das ist also der erste Beitrag zum Thema Coronavirus in Panama. Vielleicht sollte ich ihn aber auch Wuhan- oder China-Virus nennen. Das haben die Leute in der KP Chinas nicht gern, die sein Auftreten über Wochen verheimlicht und damit Menschenleben auf dem Gewissen haben.

Die hiesige Regierung hat in der vergangenen Woche erste Maßnahmen beschlossen, die jetzt schrittweise umgesetzt werden. Das geschieht ziemlich professionell und wird auch diszipliniert befolgt. Nun wohnen wir 120 km von der Hauptstadt entfernt und da mag alles entspannter aussehen, als in den Ballungszentren.

In einem ersten Schritt wurden überall Desinfektionsmittelspender angebracht, eher zu viele als zu wenige. Und nein, hier klaut die niemand.

Zugang zum Supermarkt wird so gesteuert, dass nicht mehr als eine überschaubare Zahl an Kunden im Geschäft ist und die kurze Schlange mit Abstand steht. Alles passiert ruhig und gelassen, keiner in Sicht, der wie verrückt einkauft. Deshalb bleiben die Regale auch weitgehend ordentlich gefüllt. Ausnahmen gibt es allerdings schon seit Tagen bei desinfizierenden Tüchern und vergleichbaren Produkten, aber es gibt Alternativen. Aus Europa bekannte Mangelartikel, wie Toilettenpapier, gibt es hier genug.

In der kurzen Schlange vor dem Super99 treffen wir auf einen Deutschen. Im Gespräch erwähnt er, dass es eine Website mit dem Titel besserpanama gäbe … Ich oute mich und wir vereinbaren, das Gespräch demnächst beim Bier fortzusetzen. Interessante Leute gibt es.

Gut dass wir das Bier schon eingekauft haben, denn am nächsten Tag sind die Alkoholregale gesperrt, alle. Und unsere Vorräte reichen höchstens 14 Tage!

Am Montag nachmitag heisst es Abschied nehmen von unserer Lagune. Die wird, wie alle Pools, Strände, Restaurants und social areas geschlossen. Das ist ein echter Verlust für uns.

Heute nachmittag wollten wir mal besonders schlau sein. „Die können ja nicht immer alle abgelegenen Strände absperren und bewachen.“

Wir setzen uns ins Auto und fahren nach Punta Chame, ganz ans Ende. Weit und breit kein Absperrband und keine Menschenseele in Sicht. Als wir das Auto abgeschlossen und uns 20 Meter in Richtung Meer bewegt haben, ertönt eine lautes knarrendes Geräusch, dass man nur vom US Highway oder aus Gangsterfilmen kennt. Ein weißer Pickup mit dem Symbol von Aeronaval (Küstenschutz) hat sich unbemerkt von hinten genähert und über Lautsprecher werden wir aufgefordert den Strand zu verlassen.

Wir gehen zurück, steigen ein und drehen um. Auf gleicher Höhe mit ihnen sehe ich, dass es die Jungs vom Stützpunkt am Flugplatz Chame sind, meine Nachbarn sozusagen. Wir grüßen uns kurz und das war’s.

Ansonsten werden bis zum Wochenende hier alle Hotels geräumt, unsere kanadischen Freunde und andere Urlauber fliegen morgen und Freitag zurück und neue Gäste kommen nicht mehr ins Land. Wer jetzt als Einheimischer oder Resident aus dem Ausland zurück nach Panama kommt, wird zu 2 Wochen häuslicher Quarantäne verpflichtet.

In den nächsten Tagen werde ich mal die relevanten Zahlen zur Epidemie hier bringen und bewerten. Ich hoffe, dass sie niedrig bleiben. Bisher gibt es einen Toten.

Mein Appell an meine Leser: Passt auf euch auf, bitte.

Wichtig! Alkohol.

Sonntag ist Strandtag für die einheimische Bevölkerung und da kann es richtig voll werden. Die ganze Familie schleppt dann diverse Strandausrüstung und besonders wichtig ist der Cooler mit diversen Getränken.

Manchmal, eher selten, steht dann ab 16 Uhr die lokale Polizei an der Zufahrt vom Strand zur Panamericana und kontrolliert mal auf Alkohol. Nicht den Cooler, sondern den coolen Fahrer. Oft erfolgreich.

Auch für uns, die ja gelegentlich mal ein Gläschen mit Freunden trinken, ist es deshalb wichtig die Regeln und vor allem die Grenzen zu kennen. Seit einiger Zeit sind diese Schilder aufgestellt und das könnte bedeuten, dass bald mehr kontrolliert wird.

 

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Die Toleranzgrenze ist mit 24 angegeben, was offensichtlich 0,24 Atemalkoholgehalt bedeutet und etwa der populären 0,5-Promille-Grenze deutscher Lesart entspricht. Damit gelten auch die gleichen Faustregeln, also nicht mehr als 2 Einheiten vor Fahrtantritt.

Ab 0,8 Promille (41 o mas) wird es dann richtig ernst: außer Geldstrafe noch  Einbehaltung von Auto und Führerschein.

Panama hat bei 4 Mio. Einwohnern jedes Jahr ca. 400 Tote im Straßenverkehr. Das ist mehr als die doppelte Rate von Deutschland. Das liegt zum Teil daran, dass oftmals Sicherheitsgurte als unmännlich empfunden werden und Alkohol ist auch ein Faktor.

Also aufgepasst … und Salud!

 

Neu: Absolutes Alkoholverbot in D-land

Das hat ja gerade noch gefehlt.

Wie aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen zu erfahren war, wird am 1. Januar 2014 in Deutschland ein flächendeckendes Alkoholverbot eingeführt. Kaum zu glauben.

Glücklicherweise darf jeder Bundesbürger ab 18 Jahre bei seiner zuständigen Stadtverwaltung gegen geringe Gebühr eine personengebundene Ausnahmegenehmigung erwerben, diese ständig bei sich führen, damit uneingeschränkt Alkohol kaufen und konsumieren.

Sie halten das für Schwachsinn?  Zugegeben.

Anlässlich unseres Weihnachtsausflugs nach Deutschland war ich mehrmals versucht, auf die Bremse zu treten wegen diesem Schild:

Es schreibt ein absolutes Einfahrverbot in jede deutsche Innenstadt vor.

umweltzone

Allerdings kann fast jeder Fahrzeughalter gegen geringe Gebühr bei der zuständigen Stadtverwaltung eine Ausnahmegenehmigung kaufen, ständig am Fahrzeug bei sich führen und damit alle Innenstädte uneingeschränkt befahren.

Davon wird auch reichlich Gebrauch gemacht. Die angeblichen Umweltzonen sind voll von Autos. Und so könnte es auch mit dem Alkohol funktionieren. Also los.

Klarstellung: Ich habe nichts gegen Autos, sondern gegen sinnlose Regelungen.

Und hier noch das, was mir in der Erfurter Eissporthalle aufgefallen ist:

eisig

 

Wer dieses Schild liest und für sein Kind eine solche Hilfe wünscht, wird aus der Halle zurückgeschickt zum Eingang, wieder zurück in die Halle usw. Und das alles, damit nicht jemand zum Feierabend die „Wichtel“ an der Bahn einsammeln und abstellen muss.

Wer das Eislaufen so kompliziert macht, braucht keinen Nachwuchs.

Für alle meine Leser ein Dankeschön und einen Guten Rutsch in ein glückliches 2014.

 

 

 

 

 

 

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