Ich kriege nasse Füße

Muss ich mir Sorgen machen, der ich nur wenige hundert Meter vom Pazifikstrand wohne? Sind all meine Lieblings-Strandrestaurants bald unter Wasser? Und wo soll ich dann mit Ehefrau und Freunden essen gehen? Muss ich bald verhungern?

 

velero

 

Die Wirtschaftswoche kolportiert am 6.8.2016 folgendes:

„Die Meeresspiegel werden um mehrere Meter steigen, das ist sicher. Billionen Dollar von Vermögen drohen in den nächsten Jahrzehnten zu versinken.“ (Hervorhebung von mir)

Der erste Teil der Aussage wird durch den zweiten Satz zeitlich genau definiert:

In den nächsten Jahrzehnten … werden die Meeresspiegel sicher um mehrere Meter steigen.“

Da kommen mir sofort Fotomontagen des überfrorenen New York aus den 70ern, wegen der nächsten Eiszeit, und des abgesoffenen Kölner Doms aus den 90ern, wegen der globalen Erwärmung, in den Sinn. Hört das denn nie auf?

Nehmen wir also mal den Taschenrechner in die Hand und als „die nächsten Jahrzehnte“ die Zeit bis Ende des Jahrtausends an, also noch 84 Jahre. Und für „mehrere Meter“ nehmen wir der Einfachheit halber 4,2m, also 420 cm.

Daraus folgt, dass der Meeresspiegel ab sofort jedes Jahr um spektakuläre 5 cm steigen müsste, im Jahrhundert um ganze 5 Meter.

Während der letzen Jahrhunderte hat der Anstieg des Meeresspiegels allerdings bei nur 18 cm pro Jahrhundert gelegen. Und das soll jetzt innerhalb weniger Jahrzehnte sicher auf 5 Meter ansteigen? Wo kommt all das Wasser her? Ausdehnung wegen Erwärmung? Abschmelzen des Grönlandeises und der Antarktik? Und wo kommt dafür die Energie her, auf die Schnelle? Da muss man nicht Ingenieur sein, um ins Grübeln zu kommen.

Noch fragwürdiger wird es, wenn man weiß, dass Al Gore in seinem Propagandafilm „Eine unbequeme Wahrheit“ schon in 2006 einen solchen Anstieg angekündigt hat, sogar bis auf 6 m pro Jahrhundert. Zu bemerken war davon in den seitdem bereits vergangenen 10 Jahren allerdings nichts, kein Anstieg um 50 cm und auch keine Beschleunigung des üblichen langsamen Anstiegs um ca. 1,8 mm pro Jahr.

Hier die offizielle Bestätigung.

Und Al Gore scheint seinen Prognosen selbst nicht zu trauen. Hätte er sonst zu gleicher Zeit ein Oceanfront (!) Apartment in San Francisco gekauft?

Leichtsinnig, Mr. Vice President.

Was mich geradezu entsetzt ist, wie eine der Sachlichkeit verpflichtete Wirtschaftszeitung grüne Horrorstories verbreiten und auch noch als sicher deklarieren kann, die schon mit gesundem Menschenverstand als völlig haltlos einzuordnen sind.

Ist es nicht mehr Aufgabe von Journalisten zu zweifeln, zu hinterfragen und zu entlarven? Hat man das in der Tätigkeitsbeschreibung ersetzt durch „Du sollst jeden Müll nachdrucken, ohne nachzudenken, solange es zur Regierungspolitik passt!“? 

„Wirtschaftswoche“ – wieder ein Titel weniger auf der Leseliste. Das ist sicher.

Unsere Lieblings-Strandrestaurants bleiben in Betrieb und Sie können, wie Vice President Al Gore, unbesorgt ein Oceanview Apartment kaufen. Hier.

Symbole einer gescheiterten Zivilisation

Auch nach mehr als 4 Jahren Leben unter der Sonne Panamas verfolge ich natürlich was in Deutschland passiert. Und wenn etwas die Lebensumstände dort in den nächsten Jahrzehnten massiv negativ beeinflussen wird, sind es in meinen Augen zwei Dinge:

– Staatsverschuldung und Energiepolitik

-Bildungs- und Sozialpolitik.

Zu letzterem will ich mich nicht äußern, zu ersterem schon. Beide Punkte haben sich unabhängig voneinander entwickelt, korrelieren inzwischen jedoch miteinander.

Bevor ich meine Meinung kundtue, will ich einen anderen zu Wort kommen lassen:

Ich bin James Lovelock, Wissenschaftler und Autor, bekannt als der Begründer der Gaia-Theorie, welche die Erde als selbstregulierendes System betrachtet, das an seiner Oberfläche immer Bedingungen für Leben sichert …

Ich bin ein Umweltschützer und Gründungsmitglied der Grünen, aber ich neige mein Haupt in Scham bei dem Gedanken, dass unsere ursprünglichen guten Absichten so missverstanden und falsch angewandt wurden.

Wir haben nie eine fundamentalistische Bewegung der Grünen beabsichtigt, die alle Energiequellen außer erneuerbaren ablehnt, noch haben wir erwartet, dass die Grünen unser unbezahlbares ökologisches Erbe beiseite schieben wegen ihrers Fehlers zu vestehen, dass die Bedürfnisse der Erde nicht getrennt werden können von den Bedürfnissen der Menschen.

Wir müssen dafür sorgen, dass die sich drehenden Windmühlen nicht wie die Statuen auf der Osterinsel, Denkmäler einer gescheiterten Zivilisation werden.

Quelle

Die Bundesrepublik Deutschland hat sich entschieden die kostspieligste Energieversorgung der Welt aufzubauen. Das trifft nicht nur den privaten Abnehmer, sondern auch die Wirtschaft und belastet die öffentlichen Haushalte.

Forschungskapazitäten werden fehlallokalisiert, Milliarden werden in Projekten versenkt, die sich morgen als überflüssig erweisen werden.

All das basiert auf zwei Endzeitszenarien:

1. Erdöl und Erdgas gehen zur Neige, wir haben den Scheitelpunkt schon überschritten. Die peak-oil-Theorie.

2. Die CO2 Emissionen der industrialisierten Welt werden einen Klimawandel auslösen, der das Leben auf der Erde gefährdet. Eine Theorie, die in Deutschland inzwischen mainstream ist. Einer der führenden Protagonisten, der NASA Wissenschaftler James Hansen, hat vor Obama’s erster Amtszeit verkündet, dass der President genau 4 Jahre hätte, die Erde zu retten.

hansen_obama_4years

Die 4 Jahre sind vergangen. Viele grüne Unternehmen, in die die Obama Administration Millionen und Milliarden investiert hatte, sind pleite oder stehen kurz davor. Ansonsten hat President Obama, zum Glück, nicht viel in Sachen Klima unternommen.

Was ist nun in den 4 Jahren mit der Erde passiert?

Nichts. Die globale Erwärmung ist schon seit Ende der 90er statistisch signifikant nicht mehr nachweisbar. Das führt dazu, dass  nun jeder Sturm, jede Trockenheit, jede Überschwemmung als Zeichen für das globale Klimachaos herhalten muss. Und ja, auch Kälteeinbrüche sind Beweis für globale Erwärmung.

Die USA haben trotzdem ihre CO2 Emissionen deutlich reduziert. Schuld daran ist die „böse“ Öl/Gasindustrie, die mit in Deutschland verpönten Verfahren das Thema peak-oil ad absurdum führt, und nebenbei durch den Umstieg von Schweröl auf Naturgas Emissionen aller Art dramatisch reduziert.

Der technische Fortschritt bringt Verbesserung und Verbrauchernutzen, nicht eine restriktive Politik.

Der neue Öl-/Gas-Boom wird uns wohl genug Zeit geben, um sichere Kernkraftwerke zu entwickeln und damit Energie wieder für alle bezahlbar zu machen.

Und die Windmühlen zu Don-Quichote-Denkmälern.

%d Bloggern gefällt das: