Im Viereck hoch über Panama

Seit 3 Wochen stand meine FlightDesign CTLS mit der Registrierung HP-1708L faul im Hangar und gestern war es wieder mal Zeit ihn (oder sie) auszuführen. Nicht einfach Rundflug über den Las Perlas Archipel oder rund um Azuero, sondern mal diszipliniert nach Plan fliegen. Hier ist er:

 

plan_osuni

 

Plan machen ist einfach, umsetzen nach Sichtflugregeln in der panamesischen Regenzeit nicht ganz so.  Und beim Blick in den Himmel sah es auch eher nach Planänderung aus. Allerdings war es nicht eine kompakte tiefhängende Wolkenschicht, die es von Anfang an hätte vermasseln können, sondern mehrere Schichten nicht zusammenhängender Wolkenfelder, broken wie das in der Meteorologensprache heißt.

Der Plan ist, in Chame zu starten, einen Wegpunkt namens VUMAN kurz vor der Karibikküste westlich von Colon anzufliegen, von dort Richtung West bis zum Wegpunkt OSUNI, von dort, an der Küste entlang, Richtung Süden über das Gebirge nach Santiago und von dort geradewegs zurück nach Chame zu fliegen. Gesamtlänge 208 nautische Meilen, oder 385 km. Das wird ca. 2 Stunden und 15 Minuten dauern, rund 40 Liter Treibstoff verbrauchen. An Bord habe ich doppelt so viel.

Als Reiseflughöhe werden 7.500 Fuß geplant, also 2.500 Meter, wobei das wegen der Wolken nur ein Richtwert ist. Von Chame aus in Richtung Norden sieht der Himmel ganz gut aus, ich muss aber nach Nordwesten und da ist kein Blau zu sehen. Egal, die beste Wetterbeobachtungsstation ist allemal der Platz im Cockpit.

Schwacher Wind aus Nord und los geht es von Piste 01 in Chame, Kurs 318 und steigen. Es geht über die Berge und jetzt kann man Wolkenstrukturen und -schichtung gut sehen. Direkt über VUMAN, dem ich mich planmäßig auf 7.500 Fuß nähere, liegt aber eine dicke weiße Wolke und lässt mich 3 Meilen vorher abdrehen auf den neuen Kurs 255.

Zwischen den Wolken kann ich stellenweise die Küste und das Karbische Meer sehen, allerdings sehe ich auch, dass 7.500 Fuß über die 43 Meilen bis OSUNI nicht ausreichen werden. Stückweise geht es höher und am Ende bin ich auf 9.580 Fuß, über den Wolken. Da sind es nur noch 11°C statt der gewohnten 30°C. Brrrr …

Und wer sich auskennt, sieht natürlich, dass das Instrumentenbild schon nach dem Abdrehen in Richtung Santiago mit Kurs 144 geschossen wurde.

 

VFRonTop9000_7623

EFIS9580_7638

 

Auf dem Weg nach OSUNI gibt es rechtzeitig einen Ausblick nach unten und da befinden sich Verladehafen und Kraftwerk der Kupfermine, über die ich hier schon geschrieben habe.

 

LaMinaPort_7617

 

Beim Kurswechsel in Richtung Santiago kann ich einen Blick auf die neue Straße erhaschen, die von Santiago über Santa Fe an die Karibikküste führt.

 

santafe_7628

Diese Strecke wird demnächst durchgängig durch eine eindrucksvolle Gebirgslandschaft führen und die Bewohner von Santiago immer neu vor die Frage stellen: Fahren wir zum Baden nun 50 km an den Pazifikstrand oder 80 km an die Karibikküste?

Von nun an wird Sinkflug eingeleitet und es geht über bekanntes Gelände:

Windpark bei Penonome

WindparkPenonome_7649

 

Rio Hato und Playa Blanca Resort mit Lagune

 

RioHatoPlayaBlanca_7653

 

Scarlett Martinez Airport, Isla Farallon, Royal Decameron Resort, Playa Blanca Resort.

 

MPSM3000_7655

 

Genau nach 2 Stunden und 15 Minuten setze ich zufrieden in Chame auf, verstaue den Flieger wieder im Stall. Hat Spaß gemacht.

Unter Vollmond an Panama’s Goldküste

Mittwoch vormittag gegen 10 Uhr ging es los. Die Ostküste von Azuero, bis hinunter nach Pedasi und Playa Verano kennen wir, sind auch schon diagonal über die Berge von dort wieder zurück nach Chitre gefahren.

Den südwestlichen Zipfel haben wir mal überflogen, sind dann ein Stück die Westküste hoch in Richtung Norden und haben beschlossen das mal per Auto abzufahren. Jetzt.

Zusammen mit unseren Freunden Karl und Ellie wollen wir die 200 km fahren und ziemlich weit unten dann im Punta Duarte Garden Inn übernachten. Mit Gabi, der supernetten Besitzerin mit schwäbischem Klang haben wir vorher telefoniert.

Außerdem will ich noch das Flugfeld von Arenas ganz im Südwesten erkunden.

Hier ist ein Überblick über Azuero, was wie ein viereckiger Beutel an Panama hängt und mit Las Tablas den besten Platz für den panamesischen traditionellen Karneval beherbergt.

PlayaBlanca -> AzueroWest

Von unserem Ausgangspunkt bei Rio Hato sind es ziemlich genau 200 km bis zum Hotel. 125 km auf der vierspurigen Panamericana und dann geht es direkt nach Süden. Wir haben Zeit, erledigen noch ein paar Dinge in Penonome und machen kurz vor dem Ziel in Torio eine Kaffeepause.  Die Temperatur hat stellenweise 38°C erreicht, aber der Ozean ist in Sicht. Es ist eine bergige Strecke mit gelegentlichen schönen Ausblicken über das Meer.

Dann erreichen wir den Abzweig von der Straße und jetzt sind es noch 4 km staubiger Feldweg bevor wir ein großes Haus auf einem Plateau über dem Ozean erreichen. Und schon stehen wir auf der Terrasse am Pool mit herrlichem Ausblick, mit Gabi, der Besitzerin und Managerin im Vordergrund. Die sehr informative Website ist http://www.puntaduarte.com

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Das Haus hat 6 sehr schöne Zimmer, mit von Gabi selbst entworfenen Möbeln im asiatischen Stil, aus panamesischem Hartholz gefertigt. Große Klasse.

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Kaum liegt das Gepäck in den Zimmern, geht es einen kurzen Fußweg hinunter zum Strand. Eine 2 km lange Bucht öffnet sich, mit Sand, Palmen und Wellen. Traumhaft. Nichts wie hinein in die Wellen … und schon fehlt mir die Sonnenbrille. Das kann mir aber nicht die Laune verderben. Irgendwo im Auto liegen noch 2 andere.  Normaler Verschleiß und besser als ein abgesoffenes iPhone, was ich schon 2 mal fertig gebracht habe.

Hier ist der Strand:

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Gegen 18:40 versinkt dann die Sonne im Meer, während wenig später beim Abendessen sich der Vollmond am wolkenlosen Himmel zeigt, eine perfekte Konstellation. Das Abendessen besteht aus 1a gedünstetem Fisch mit Gemüse, dazu Weißwein aus Argentinien. Und zum Abschluss qualmen wir auch noch panamesische Zigarren … alles bestens.

Punta Duarte ist der markante aus dem Wasser ragende Fels, gegenüber von Isla Cebaco, den man bei Ebbe zu Fuß besuchen kann.

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Nach dem Frühstück am Donnerstag morgen heißt es Adios zu sagen und wir fahren noch 30 km Richtung Süden. Wir finden die Graspiste von Arenas und hinter Flores geht die Straße in den Nationalpark Cerro Hoya. Es gibt keine Straße quer hinüber zur Ostküste und deshalb fahren wir wieder zurück, wie gekommen.

Gegen 16 Uhr ist der Ausflug beendet, hat Spaß gemacht und eine Menge neue Eindrücke beschert. Wir kommen wieder.

Nach Boca Chica am Golf von Chiriqui

Unsere kleine Panama-Rundreise begann am 30.1. Auf der Panamericana, wie der Inter-American Highway hier heißt, geht es über Penonome, die „Hauptstadt der Provinz, in Richtung Alaska. Was nach Norden klingt, aber Westen ist.

Zwischen Penonome und Aguadulce ist gerade die Zuckerrohrernte im vollen Gang. Aguadulce heißt Süßwasser. Als Kontrast zum Zuckerrohr gibt es zwischen der Stadt und der wenige Kilometer entfernten Küste große Flächen, die durch die Gezeiten vom Meerwasser überflutet werden und wo mittels Verdunstung Salz gewonnen wird. Zucker- und Salz-Gewinnung in der gleichen Gegend. Die Salzteiche konkurrieren wiederum mit denen, die der Aufzucht von Garnelen (camarones) dienen, was entlang der Küste ebenfalls verbreitet ist.

In Divisa geht die Straße nach Azuero ab, erschleßt die Touristenregionen um Chitre, Las Tablas, die Isla Iguana, sowie Pedasi und den beliebten Surfstrand Playa Venao. Erst kürzlich ist diese Straße nach Süden 4-spurig ausgebaut und in Pedasi ein neuer größerer Flughafen eröffnet worden. Von der Südküste Azueros sind es bis zum Äquator nur noch knapp 800 km.

Wir sind nur in Gedanken nach Süden abgebogen, fahren stattdessen nach Santiago weiter, die Hauptstadt der Provinz Veraguas. Sie hat 80.000 Einwohner. Von hier an ist die Panaaericana nur noch 2-spurig, führt ziemlich geradlinig durch eine Mittelgebirgslandschaft. Wir haben keinen übermäßigen Verkehr und kommen gut vorwärts.  Auf den Straßen ist 100 km/h erlaubt, in Siedlungen wird auf 80 oder 60 km/h begrenzt. Die Straße hat dort breite Randstreifen, für Fußgänger, Radfahrer und Reiter. Die Einhaltung der Höchstgeschwindigkeit ist zu empfehlen, insbesondere auch weil jeder Polizist ein Radargerät griffbereit hat.

Kurz vor dem Provinstädtchen Chriqui in der gleichnamigen Provinz biegen wir nach Süden ab und erreichen nach 300 km und 4 Stunden Fahrtzeit unser Ziel.

Das Bocas del Mar ist eine ziemlich neue Anlage mit 10 massiven Bungalows, einem Hauptgebäude mit Restaurant und Büro, an einem kleinen Pool, in einer gepflegten Gartenlandschaft und ca. 15 Meter über dem Meer. Die Bungalows haben eine große Fensterfront, die mit Folie von innen durchsichtig, von außen verspiegelt ist und den Blick ungehindert über Garten und Meer schweifen lässt.

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Besitzer der Anlage ist eine holländische Familie, der Manager kommt aus Großbritannien und das Personal aus der Umgegend. Der Platz ist offensichtlich gut geführt, Anlage, Küche und Service perfekt. Am nächsten Tag lassen wir uns von einem Bootsführer durch die Inselwelt fahren, bizarre Felsformationen und einsame Strände.

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An einem solchen lassen wir uns absetzen. Wir vereinbaren 2 Stunden bis zur Abholung, genießen Ruhe und Einsamkeit. So muss sich Robinson gefühlt haben. Ohne Abholung allerdings.

Wir bleiben 2 Nächte und brechen dann am 1. Februar frühs in Richtung Norden auf, um die Karibikküste um Bocas del Toro zu erkunden. Mehr dazu in den nächsten Tagen in diesem Blog.

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