VW trickst beim Diesel – Condor trickst bei Fluggastrechten

Man kann wenige Leute eine lange Zeit betrügen oder viele Leute eine kurze Zeit. Viele Leute für eine lange Zeit funktioniert nicht, wie VW gerade schmerzlich erfahren muss.

Condor steht diese Erkenntnis noch bevor. Sie tricksen ihre Fluggäste im Fall von Gepäckverlust oder -verspätung eiskalt aus und alle schauen zu. Mal sehen, wie lange noch.

Nachdem unser Koffer ja am 6. Juni 2015 nach einem Direktflug mit Zwischenstopp nicht in Panama City ankam dachten wir noch, dass man einfach einen Anwalt einschalten muss und zu seinem Recht kommt. Falsch gedacht und wieder was dazu gelernt.

Vor einigen Tagen teilte uns der beauftragte Anwalt mit, dass man nach einem lächerlichen Vergleichsangebot der Condor über 200 Euro nun alle Möglichkeiten einer außergerichtlichen Einigung erschöpft habe. Da wir den Auftrag keineswegs darauf beschränkt hatten, kam es zu einem Gespräch mit der Kanzlei in dem wir einiges dazulernten.

Wenn man vor Gericht gegen die Condor gewinnt, so aufgrund der klaren Rechtslage ja die Denke der Kläger, trägt die Condor auch die Anwaltskosten. Das ist so, allerdings nur ein Honorar gemäß Streitwert – und dafür arbeiten die Anwälte nicht, sondern vereinbaren abweichende Stundensätze.

Wenn es der Airline also mit allerlei Tricks und Verzögerungstaktik gelingt das Verfahren in die Länge zu ziehen und den Anwalt damit zu beschäftigen, wird der sich eines Tages beim Kläger, also bei uns, melden und Bescheid geben, dass nun die Anwaltskosten die Höhe der Entschädigung erreicht hätten und fragen, ob man trotzdem weitermachen will. Ökonomisch natürlich sinnlos.

Das ist eine Situation, die wohl jeder außer uns kennt, und worauf die Airline ihre Strategie aufbaut. Die Entschädigungspflichten laut Montrealer Abkommen werden damit einfach unterlaufen. Legal, illegal, scheißegal.

Was uns unser Anwalt natürlich nicht erzählt hat, ist dass es eine Schlichtungsstelle Öffentlicher Personenverkehr gibt, die seit 2013 auch für den Flugverkehr zuständig ist und kostenlos arbeitet – hoffentlich nicht umsonst. Das scheint im Moment die beste Lösung zu sein.

www.soep-online.de

Und Condor, unser nächster Flug ist schon gebucht – aber nicht mit euch.

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Nicht lustig – weiter mit Condor

In den letzten Jahren sind wir immer wieder und gern mit Condor nach Deutschland und zurück gereist. Modern ausgestattete Maschinen, direkte Verbindung, stets guter Service, freundliches und kompetentes Personal, dafür auch gern Premium oder Comfort/Business gebucht und gezahlt.

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Was weniger gefiel war, dass im Fall massiver Verspätungen, die wir in den Jahren zwei Mal hatten, Condor trotz klarer Rechtslage erst nach Gerichtsurteil die übliche Entschädigung zahlte.

Und jetzt beginnt es wieder „lustig“ zu werden.

Als wir, wie schon berichtet, am 5. Juni früh in Panama City ankamen, fehlte unser Koffer. Sehr ärgerlich, da wir für einen 3-Wochen-Aufenthalt mit Familienfeier natürlich relativ viel und gute Kleidung eingepackt hatten, in Deutschland diverse Einkäufe getätigt und einige familiäre Erinnerungsstücke für zu Hause (Panama) mitgenommen hatten.

Verlustanzeige noch am Flugplatz aufgegeben, danach per Email beim Baggage-Service von Condor und Fraport angezeigt. Allen tut es leid und man hat inzwischen eine „weltweite“ Suche angestrengt, für die wir auch den Inhalt des Koffers aufgelistet haben.

Am vergangenen Freitag, eine ganze Woche nach Verlust, haben wir nun einige Dinge eingekauft, die dringend gebraucht wurden. Kleidung, Schuhe, Brille, etc. und die Rechnung zur Erstattung an die bekannten Ansprechpartner geschickt. Nach dem Montrealer Abkommen ist die für den Verlust verantwortliche Fluglinie verpflichtet, uns derartige Extra-Aufwendungen innerhalb eines angemessenen Zeitrahmens zu erstatten.

Was wir dann heute früh in der Mailbox haben, ist eine Nachricht von der Condor-Kundenbetreuung, die uns bittet doch „das Kontaktformular auf unserer Internetseite zu nutzen. Nur so kann Ihr Anliegen schnellstmöglich geprüft und beantwortet werden … Wir bemühen uns, Ihnen innerhalb von 14 Tagen zu antworten. Vorab bitten wir Sie um Verständnis, dass es … auch länger dauern kann.“

CondorContact

Wie bitte? Verständnis wofür? Abgelehnt.

Wer einen auf einem Direktflug verloren gegangenen Koffer nicht innerhalb weniger Tage finden und zustellen kann, sollte zumindest beim Ausgleich des von ihm verursachten Schadens und Ärgers die Beine in die Hand nehmen. Business as usual ist da eine ganz schlechte Idee.

Gespannt wie es weitergeht? Wir auch.

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