Kreative Regelung für Inhaberaktien in Panama

Anonyme Inhaberaktien bei Offshore-Firmen sind der OECD schon lange ein Dorn im Auge.  Terrorfinanzierung, Geldwäsche und Steuerhinterziehung sind die dabei stets benutzten Argumente.

Mit seiner herausgehobenene Stellung im internationalen Handel und Finanzwesen konnte sich Panama nicht länger erlauben auf der Grauen Liste nicht-kooperativer Staaten zu stehen. Deshalb wurden in den letzten Jahren nicht nur diverse Doppelbesteuerungsabkommen unterzeichnet, sondern nun auch das Gesetz 47 beschlossen, welches Inhaberaktien ab 2015 neu reguliert.

Dabei hat Panama wiederum eine kreative Lösung gefunden: Inhaberanteile sind bei einem staatlich authorisierten Treuhänder mit voller Offenlegung der Besitzer zu hinterlegen, so dass deren Identität falls notwendig, jederzeit überprüft werden kann.

Im Handelsregister eingetragen werden Treuhänder, Direktoren und Officer der Gesellschaft, nicht aber die Inhaber.  Damit bleiben deren Interessen gewahrt, solange nichts gegen sie vorliegt.

Keine Inhaberaktien mehr in Panama

Inhaberaktien sind Anteilsurkunden für Unternehmen, die anders als Namensaktien, keinen Namen tragen. Wer immer diese Anteilsscheine in Besitz hat, ist Anteilseigner.  Niemand kann im Handelsregister finden, wem eine Firma mit ‚bearer shares‘ gehört.

Inhaberaktien vereinfachen die Veräußerung von Unternehmensanteilen, können aber auch  missbräuchlich genutzt werden, für Geldwäsche und Steuervermeidung.

Forderungen der OECD folgend beginnt Panama derzeit mit dem Gesetzgebungsprozess, um innerhalb einer Übergangszeit von 2 Jahren diese Art von Anteilen  aus der Welt zu schaffen.

 

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