Schlafender Vulkan in Panama, nicht so auf Bali

Boquete, ein Bergdorf in der panamesischen Provinz Chiriqui hat sich zum beliebten Ziel für Auswanderer entwickelt, denen es am Meer zu heiß ist. Dort oben, auf fast 2000 Meter, wird mit ganzjährig Frühling geworben. Der Ort liegt unweit von Panamas zweitgrößter Stadt David und der Grenze zu Costa Rica. Noch näher liegt jedoch der 3.475m hohe Vulkan Baru. Genauer gesagt, liegt Boquete am Südhang des Baru.

Im Titel habe ich den Baru als schlafend bezeichnet, aber die Auskunft bei Wikipedia klingt nicht so gut:  Er ist aktiv und gehört zum Zentralamerikanischen Vulkanbogen, der sich von Guatemala über Honduras, El Salvador, Nikaragua und Costa Rica bis in den Westen Panamas erstreckt.

In den Jahren 1930, 1965, 1985 und zuletzt in 2006 wurden in der Region Schwarmbeben registriert, die ja klare Zeichen von Aktivität sind. Der letzte Ausbruch liegt allerdings weit zurück, im 16. Jahrhundert.  Nichtsdestotrotz gibt es Alarmpläne und ziemlich beunruhigende Vorstellungen davon, wie ein nächster Ausbruch aussehen könnte.

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18,386 km entfernt …

Gunung Agung 2017-10-18 22-12-30

 

Während die Bevölkerung der Provinz Chiriqui ruhig schläft, sieht das am anderen Ende des Pazifik anders aus. Ein Geschäftspartner, der wunderschöne Original Bali-Häuser für den Export produziert, wohnt nur 35 km entfernt vom Gunung Arung, einem stets aktiven Vulkan, wo sich seit Wochen ein größerer Ausbruch, so wie in 1963/64 anzukündigen scheint. Heutzutage können wir live dabei sein.

Will ich in Boquete wohnen? Nein. Erstens ist es dort zu kalt und zweitens habe ich gern ein paar hundert Kilometer Abstand. Nur vorsichtshalber.

Panama’s Speisekammer

Zurück von einer 7-Tage-Tour, die uns 1.200 km durch das Land führte, gibt es einiges zu berichten und zu zeigen. Am eindrucksvollsten waren die letzten zwei Tage und deshalb geht es da mit der Reiseberichterstattung los.

Nach 2 Tagen in Boca Chica, an der Pazifikküste der Provinz Chiriqui, fuhren wir am Freitag  bei Sturm und in den Wolken über die Berge nach Norden. Das Ziel war der Bocas del Toro Archipel in der panamesischen Karibik. Von dort ging es gestern vormittag zurück nach David, Panama’s zweitgrößter Stadt, mit dem Golf von Chriqui im Süden, dem Vulkan Baru (3.475 m) im Norden und der Grenze zu Costa Rica im Westen.

baru_east

Wir kamen über die 1300 Meter hohen Berge von Norden, diesmal bei Sonnenschein mit Ausblick auf den Pazifik und auf die Ostseite des Vulkans. Bei der Ortschaft Chriqui hat uns die Panamericana wieder und wir fahren westwärts. Auf 4 Spuren an David (83.000 Einwohner) vorbei und an unzähligen Ständen, die am Straßenrand frische Ananas, Bananen und Melonen anbieten.

bananen

Unser Ziel ist nicht David selbst und auch nicht Bouquete, ein bekannter Ort in den Bergen nördlich von David. Wir fahren an David vorbei und drehen in La Concepcion nach Norden auf die Straße nach Volcan, einer Ortschaft westlich vom … richtig, Vulkan Baru.

Es geht zügig bergauf und zunehmend sehen wir Farmen, Vieh, Folienzelte und Gemüsestände. Von Volcan aus geht es weiter aufwärts bis Cerro Punta auf 2.000 Meter Höhe mit herrlichem Blick auf die wildzerklüftete Westseite des Baru. Wenn unten am Meer die Südfrüchte reifen, dann wird hier oben alles geerntet was man gemeinhin als Gemüse bezeichnet: Knoblauch, Zwiebeln, Kartoffeln, Paprika, Tomaten, Blumenkohl, Brokkoli, Möhren, Sellerie usw. Selbst steile Berghänge werden dafür genutzt. Neben dem Gemüse werden Hühner, Rinder, Pferde gehalten, die ihr Futter auf der Weide finden.

baru_west

Wir treffen gegen 16 Uhr bei unseren Gastgebern Gudrun und Greg  ein, werden mit offenen Armen empfangen und schließen schnell Freundschaft.  Die beiden wohnen hier wie in der Schweiz, kommen aber aus Kanada.

Gudrun ist seit 30 Jahren Yoga-Lehrerin, hat das in Asien studiert und ihr Haus in Cerro Punta ist der ideale Ort dafür. (Website) (Flyer)

Der Abend geht bei gutem Essen, Wein  und lebhaften Gesprächen schnell vorbei. Unsere Gastgeber müssen mit warmen Kleidern aushelfen, denn hier oben wird es ziemlich frisch, sobald die Sonne verschwunden ist. Auch das ist Panama.

Wir schlafen beim Gemurmel eines Bergbaches schnell ein.

Gebirgsbach_2000m

Heute morgen dann ausgiebiges und ausgezeichnetes Frühstück und um 9.15 sind wir wieder auf der Piste. Aber bevor wir die 400 km in Angriff nehmen, wird viel frisches Gemüse und eine Rinderlende eingekauft. Die Fahrt verläuft ohne Ereignisse, bei Sonnenschein und mit einer Mittagspause. Es ist viel Polizei unterwegs und ein Pickup, der mich gerade überholt hat, wird kurz danach wegen ‚velocidad‘ rausgewinkt. Glück gehabt .. also ich.

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