Einfach frei – eine Unbanking-Strategie 

Einige Milliarden Menschen haben kein Bankkonto, können weder sparen, noch investieren. Digitales Geld, speziell Bitcoin, ist für diese Menschen die Lösung: es macht die  Bank überflüssig und das Mobiltelefon zur Geldbörse. El Salvador hat diesen Weg gerade eingeschlagen, andere Staaten werden folgen und wieder anderswo werden die Menschen Bitcoin wählen, um den Auswirkungen grassierender Inflation zu entgehen. 

Anders als bei Zentralbank-Geld ist die Geldmenge bei Bitcoin klar begrenzt. Es wird nie mehr als 21 Mio. Bitcoin geben und mehrere Millionen davon sind schon unwiderbringlich verloren. Bitcoin ist ein digitales, dezentrales und deflationäres Zahlungsmittel.

  • Digital bedeutet, dass das Mobiltelefon zugleich Bankkonto und Geldbörse ist
  • Dezentral bedeutet, dass niemand die Macht hat, einseitig die Regeln zu ändern.
  • Deflationär bedeutet, dass die Kaufkraft der Währung mit der Zeit steigt, statt sinkt.

Vor 5 Jahren, Anfang des Jahres 2017, hätte man mit 8 BTC (Bitcoin) einen guten TV ($1.900) kaufen können. Heute bringt die gleiche Anzahl BTC ein 150 m² Apartment mit 2 Schlafzimmern an der Uferpromenade Avenida Balboa in Panama City. ($320.000)

Die herkömmlichen Instrumente, um Vermögen sicher anzulegen und zu vermehren, können angesichts steigender Inflation nicht mithalten, Vermögen verlieren an Wert.

Was bedeutet das für uns alle, die wir mit Banken, Konten, Karten, Krediten und Lebensversicherungen aufgewachsen sind? Macht es Sinn, das alles selbst in die Hand zu nehmen, sich schrittweise zu un-banken? Und wenn ja, wie?

Warum sollte man das wollen? 

Geld empfangen, Geld aufbewahren und mehren, Geld ausgeben. Das sind die Aktivitäten, für die wir Banken und ihre Infrastruktur bisher gebraucht haben.

Wie geht das ohne Bank?

  • Geld empfangen: Transaktion von einer digitalen Geldbörse (wallet) zur anderen oder via Crypto-Exchange von Bankkonto zu Wallet (z.B. simplex.com)
  • Geld aufbewahren: im eigenen mobilen Wallet, also in einer App. Alternativ in einem Hardware-Wallet, getrennt vom Internet oder gar einem Papierdokument. 
  • Vermögen aufbauen: Digitales Geld steigt langfristig im Wert, so dass eine große Kategorie der Besitzer (sog. hodler) es einfach hält (engl.: to hold), um von solcher Wertsteigerung zu profitieren. Trader wiederum handeln Crypto wie Aktien auch, es werden dafür immer mehr Finanzmarktinstrumente geschaffen.
  • Geld ausgeben: wie kann man zugleich digitales Geld halten und trotzdem seinen Lebensunterhalt oder Anschaffungen finanzieren? Das geht mit sog. DeFi Exchanges (z.B. nexo.io), denen man seine Assets oder einen Teil davon gegen ansehnliche Zinsen verleihen  (4 bis 12%) oder sogar als Sicherheit für ein Darlehen nutzen kann. Man wird sein eigener Darlehensgeber, mit allen Vorteilen. Ohne Bonitätsprüfung und mit flexibler Rückzahlung, dafür mit Debit-Karte. Aufgrund der Volatilität dieser Anlageklasse sollte man jedoch nicht mehr als 30 oder 40% des Bestands als Darlehen in Anspruch nehmen.

Wenn die Wertsteigerung des eigenen Digitalen Vermögens über die Jahre die Entnahme übersteigt, kann man damit sein eigenes privates Versorgungswerk aufbauen, ohne die Substanz anrühren zu müssen. Keine Rente, keine Lebensversicherung, keine Bank. Aber das ist Thema für ein separates Posting.

Finanzielle Unabhängigkeit über Grenzen hinweg ist ja ein wichtiger Baustein, um wirklich frei zu sein. Digitales Geld, oder weiter gefasst digitales Vermögen, ist eine unvermeidliche Entwicklung, die sich noch in einer frühen Phase befindet, sich bei den Teilnehmerzahlen ebenso entwickelt, wie das Internet.

Der Wert eines Netzwerks, Mobil oder Internet oder Crypto, ist proportional zum Quadrat der Anzahl der Teilnehmer. (Metcalfe’s law)

%d Bloggern gefällt das: