Maskenball

Während in der Hauptstadt und der benachbarten Provinz Panana West wegen hoher Infektionszahlen immer noch erhebliche Beschränkungen herrschen, geht es in unserer Provinz Cocle schon seit Wochen entspannt zu. Wir kaufen ein, wann wir wollen, fahren innerhalb der Provinz herum, wo wir wollen und haben auch schon wieder freitägliche Treffen im Restaurant. Das allerdings ist eigentlich nicht erlaubt.

Nun kommt der eine oder andere Provinzfürst aber doch auf eigenartige Ideen. Der Bürgermeister unseres „Landkreises“ Anton hat mit einigen seiner Amtsbrüder beschlossen, dass man am Wochenende den Alkoholverkauf einschränken sollte und hat das auch umgesetzt. Heute und morgen gibt es in den Supermärkten der Region keinen Alkohol zu kaufen.

Da das jeder wusste, konnte gestern ordentlich vorgesorgt werden und am Montag ist sowieso alles wieder normal. Was für eine sinnlose Aktion.

Geht aber noch dümmer.

Gegen 16 Uhr machen wir uns auf den Weg zu einem Strandspaziergang. Ganz am Anfang badet eine Familie im Meer, dann sind wir allein. Wir zwei, 1 km vor uns nichts, 1 km hinter uns nichts. Und da kommt der Polizeiwagen die Strandzufahrt heruntergefahren. Ehe die Officer aussteigen, ziehen wir unsere Masken aus der Tasche und setzen sie auf.

Zu spät, denn nun wird uns ausführlich erklärt, dass man unbedingt mit Maske unterwegs sein muss, weil das Dekret #keineAhnung es so vorschreibt. Ich frage nach, ob das ernst gemeint ist: zwei Leute einsam am Strand und sollen eine Maske tragen? Wirklich?

Ja, wirklich, das Dekret will es so. Wir sollen eine Strafe zahlen und der Quittungsblock wird schon aus der Tasche gezogen. Identifikation bitte. Haben wir am Strand nicht dabei. Geld auch nicht.

Wo wir wohnen und aus welchem Land wir kommen. Ah, Alemania. Schon mal besser, als ein nordamerikanischer Gringo zu sein.

In aller Ruhe erkläre ich den Senores Officiales dann noch, dass ich einen deutschsprachigen Blog betreibe, der Panama bisher immer im besten Licht geschildert hat.

Inzwischen reden die drei schon mehr miteinander, als mit uns. Ob wir jetzt auch direkt nach Hause gehen würden. Machen wir, und mit Maske. Na gut.

Wir sind entlassen und behalten die Maske auf der Nase, bis das Auto den Strand verlassen hat. Das macht jetzt wirklich keinen Spaß mehr.

P.S. Es ist ziemlich unstrittig, dass frische Luft das beste Gegenmittel bei allen möglichen Atembeschwerden ist, dass Viren nicht kilometerweit am Strand herumfliegen und man dort demzufolge eher keine Maske braucht. Wenn eine Administration trotzdem darauf besteht, dass die Bewohner über Monate in ihren Wohnungen verbleiben, muss man sich über wachsende Infektionszahlen nicht wundern.

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