Kanalerweiterung verzögert

Im Oktober 2006 wurde der Beschluss zur Erweiterung des Panamakanals in einem Referendum bestätigt. Im Dezember 2006 standen die geplanten Mittel in Höhe von 5,25 Mrd. USD zur Verfügung.

Die Ausschreibung der Leistungen gewann ein Konsortium GUPC, zusammengesetzt aus spanischen, italienischen und panamesichen Firmen. Zweck des Ausbaus ist es, die Durchfahrt größerer Schiffe zu ermöglichen, damit die Kapazität des Kanals zu verdopeln und den Frischwasserverbrauch bei der Schleusung zu reduzieren. Die Kanalerweiterung hat weltweite Auswirkungen.

Werften bekommen Aufträge für eine neue Kategorie von Schiffen, die exakt die Größe der neuen Schleusen nutzen.   Hafenanlagen werden erweitert, um solche Schiffe mit größerer Kapazität auch in angemessener Zeit entladen zu können.   Straßen und Schienenanschlüsse werden erweitert, um mit dem Anstieg der Fracht Schritt zu halten.

Ein wichtiger Faktor ist auch die US-Energierevolution, die den Export von Flüssiggas massiv steigern wird, wo große LNG-Tanker dann den Weg von der Golf- oder Atlantikküste nach Asien durch den Panamakanal nehmen können.

Ursprünglich sollte das Projekt zum 100. Jahrestag der Kanaleröffnung in 1914 fertiggestellt werden. Rein zufällig hätte das auch der regierenden Cambio Democratico gut gepasst, da im Mai dieses Jahres Präsidentschaftswahlen stattfinden. Die CD hat unter Präsident Martinelli erhebliche Mittel in die Infrastrukturentwicklung des Landes gesteckt und sichtbare Erfolge erzielt. Die Eröffnung der Kanalerweiterung wäre das Sahnehäubchen on top gewesen, musste aber in das Jahr 2015 verschoben werden.

Schon lange war von den Wettbewerbern geäußert worden, dass das GUPC Konsortium einen unhaltbaren Preis geboten hätte. Und prompt tauchten schon 2012 Meldungen auf, dass unzureichende Betonqualität zu Verzögerungen führen würde. Ende 2013 gab es dann ein überraschendes Ultimatum der GUPC an die Kanalbehörde APC als Auftraggeber: Man forderte die Zahlung von Mehraufwand in Höhe von 1,6 Mrd. USD bis Ende Januar und drohte bei Nichtzahlung die Arbeiten einzustellen. Als Begründung wird nun angegeben, dass geologische Daten inkorrekt waren und damit ungeplanter Mehraufwand bei den Erschließungsarbeiten unvermeidbar.

Natürlich ließ sich die ACP nicht erpressen und seit das Ultimatum dieser Tage abgelaufen ist, wird der Ton schärfer. Absehbar ist, dass die Kanalbehörde den Vertrag kündigt, die Restarbeiten von ca. 30% neu vergeben und das GUPC Konsortium auf Schadenersatz verklagen wird. Wiederholt hat die Kanalbehörde bekräftigt, die Fertigstellung 2015 in jedem Fall sicherzustellen.

Hier geht es zur offiziellen Website der Kanalbehörde: www.pancanal.com

Über jaypacific
Verbringe dein Leben in einer ewigen Glückseligkeit der Vorfreude, etwas zu erhoffen, zu erwarten, zu planen oder zu erträumen. ... Könnte von mir sein, ist aber von Kai Krause in "Das Wissen von morgen"

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: