60-Dollar-Frühstück im Paradies

Nachdem ich letzte Woche mit meinen Freund Robert erstmalig nach Las Perlas geflogen war, sollte heute meine Frau dabei sein. Gesagt getan.

Um 8 Uhr früh waren wir am Flugplatz in Chame. Gutes Flugwetter, wie ich per Internet vorher gecheckt hatte. Als wir zum Startpunkt rollten, merkete ich dass sich die Drehzahl des Motors von selbst erhöhte, ein Effekt, den ich schon kannte. Also nochmal zurück zum Hangar und eine Schraube anziehen. Nach 20 Minuten erledigt, zurück zum Start.

Flugplan ist, wieder via Isla Taboga, an Panama City vorbei und bei Isla Chepillo nach Süden abzudrehen und damit den kürzesten Weg über Wasser zu fliegen. Zuerst steigen wir auf die geplante Flughöhe von 7.500 Fuß und melden uns bei Panama Radio an. Die geben uns eine Kennung (Squawk) und schicken uns zur Frequenz von Panama Radar. Als die uns auf dem Schirm identifiziert haben und wir uns Taboga als erstem Etappenziel nähern, bekommen wir wegen Verkehr den neuen Kurs von 105°, hinaus auf den Pazifik.

Nach 5 Minuten rufe ich Panama Radar und merke an, dass wir eigentlich nicht direkt nach Contadora fliegen wollten, sondern via Isla Chepillo. Der Operator sagt uns, dass es an diesem Morgen hohes Inbound-Verkehrsaufkommen zum Internationalen Flughafen Tocumen gibt und wir nicht den geplanten Kurs nehmen können. Natürlich hören wir auch auf der Frequenz, dass da halb Südamerika unterwegs ist. Aber wir hatten ja eigentlich noch etwas Respekt vor der relativ langen Strecke über Wasser. Egal, Contadora als Ziel ins GPS eingeben und es sind nur noch 32 nautische Meilen.

Wir bekommen noch 2 Mal eine kleine Kurskorrektur wegen Airliners, die uns im Anflug auf Tocumen entgegenkommen und ca. 2 Meilen entfernt sind. Cooles Bild und Dank an die Jungs vor dem Radarschirm. Als Contadora noch 15 Meilen entfernt ist, kommen die Inseln schon ins Blickfeld. Zeit zum Absteigen. Panama Radar lässt uns wieder selber navigieren und übergibt an Panama Radio.  Wir fliegen eine größere Schleife um Höhe abzubauen, überqueren jede Menge einsamer Traumstrände und begeben uns in den Anflug auf Contadora. Ein Hubschrauber hat gerade seine Fluggäste abgesetzt und verlässt den Platz nach Norden, während wir von Süden anfliegen.  Glatte Landung und nach 50 Minuten Flugzeit hat die Insel uns wieder.

 

 

Wir sind die einzige Maschine, was am Wochenende eigentlich ungewöhnlich ist.  Egal, wir haben zu Hause nicht wirklich gefrühstückt und holen das jetzt bei Gerald’s nach.  Eier, Schinken, Käse, Brot, Gänseleberpastete und natürlich jede Menge Kaffee.

Gerald lockt schon mit frischer Dorade zum Mittagessen, aber das ist heute nicht im Plan. Ich muss um 14 Uhr schon wieder zu Hause sein. Also nur kurz runter zum Playa Larga … und da ist Ebbe. Nicht wirklich zum Baden geeignet. Schade, aber die Gezeiten hatten wir zu Hause nicht gecheckt und Zeit zu einem anderen Strand zu schippern haben wir nicht. Also beschließen wir zurückzufliegen.

Inzwischen ist eine weitere Maschine angekommen und wir begrüßen die beiden Piloten, tauschen ein paar Neuigkeiten aus. Dann sind wir schon wieder in der Luft und steigen diesmal auf 6.500 Fuß. Wie auf dem Hinflug auch, sehen wir 15 Meilen vor dem Ziel schon die Inseln Oquete und Punta Chame.

 

 

 

Wenig später sind wir in Chame am Boden und pünktlich wieder zu Hause, nach unserem „60-Dollar-Frühstück“ im Paradies, Treibstoff und Essen zusammengezählt.

Über jaypacific
Verbringe dein Leben in einer ewigen Glückseligkeit der Vorfreude, etwas zu erhoffen, zu erwarten, zu planen oder zu erträumen. ... Könnte von mir sein, ist aber von Kai Krause in "Das Wissen von morgen"

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