Unruhe im politischen Panama

Ein gutes Auswanderungsziel zeichnet sich dadurch aus, dass dem zuerst Aus- und dann Eingewanderten die lokale Politik des Ziellandes ziemlich egal sein kann. Das war auch in Panama während der vergangenen 10 Jahre so. Wir erleben derzeit den dritten Präsidenten, zugleich Regierungschef, haben deren Politik stets nur peripher verfolgt. Das könnte sich gerade ändern.

Von 2009 bis 2014 hieß der Präsident Ricardo Martinelli, war als Besitzer der Super99 Supermarktkette ein aktiver Geschäftsmann. Das schlug sich in vielen Infrastruktur-projekten und hohem Wirtschaftswachstum nieder. Allerdings wurden er und seine Partei in 2014 nicht wiedergewählt.

 

 

Ins Amt kam Juan Carlos Varela, Martinellis früherer Vize-Präsident, inzwischen Intimfeind.

Gegen Martinelli und viele seiner Minister und Beamten gab es nach der Abwahl massive Vorwürfe wegen Korruption, sowie Ermittlungen wegen illegaler Lauschangriffe auf die politische Opposition. Martinelli verließ deshalb Panama und ließ sich im Vertrauen auf den Rückhalt der USA in Miami nieder. Dort wurde er vor mehr als einem Jahr aufgrund eines Ersuchens der panamesischen Behörden verhaftet, sitzt seitdem in Auslieferungshaft bzw. Hausarrest.

Am 14. Mai hat hat Ricardo Martinelli einen Offenen Brief an US-Regierung und Volk geschrieben, in dem er sich heftig darüber beklagt, dass er während seiner Amtszeit ein zuverlässiger Partner der USA im Kampf gegen Drogen und Terror gewesen ist, nun nicht den zugesagten Schutz genießt. Das Schreiben findet sich hier und ist ein hochinteressantes Zeitdokument.

Es bleibt abzuwarten, wie das den politischen Diskurs im Lande und ob es die Auslieferung beeinflussen wird.

 

 

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