“Wer rastet, der rostet” lautet ein altes Sprichwort und aktuelle Forschung bestätigt das in vielerlei Hinsicht. Viele unserer Freunde und Bekannten hier in Panama haben deshalb längst ihr persönliches Rezept entdeckt, um gesund alt zu werden.
Ich folge dazu Koriphäen wie Andrew Huberman, Peter Attia und Sten Ekberg auf Youtube. Die Zeit bringt immer neue Erkenntnisse und deshalb sind deren aktuelle Beiträge für mein Thema #Langbesserlebigkeit relevant.
Die Kraft von Stress nutzen
“Was uns nicht umbringt, macht uns stark” ist ein Motto, das über den erstgenannten Spruch hinaus geht, also nicht nur nicht rasten, sondern an Grenzen gehen.
Kick-Start in den Tag
Fangen wir früh und simpel an, mit kalt duschen am Morgen. Wenn wir aus dem warmen Bett direkt unter die kalte Dusche gehen, treibt das kurzzeitig Schauer durch den Körper. Und löst, laut Huberman, positive Effekte aus, die man mit Messungen der Hirnaktivität sogar nachweisen kann. Ein Weckruf für den Körper.
Davor oder danach für mindestens 2 Minuten in Richtung Sonne zu schauen, ist ein weiterer seiner Tipps, sich für den Tag zu wappnen. Das ist hier in Panama etwas einfacher zu praktizieren, als nördlich des Polarkreises im Winter oder im deutschen November.
Die tiefgreifende Wirkung von Ernährung
„Du bist, was Du isst.“ Nichts wirkt sich nachhaltiger auf unsere Gesundheit aus, als die Ernährung. Und nirgendwo ist der Alltag des westlichen Durchschnittsbürgers weiter vom Ideal entfernt. Mit gravierenden Folgen, die von den meisten schulterzuckend akzeptiert werden. “Ist eben so” und “bisher ging es doch ganz gut” und “ich will auf nichts verzichten”.
Am Ende tauscht man damit Pasta & Pralinen gegen viele Jahre Lebensqualität ein. Keine gute Idee, wobei Kohlenhydrate & Zucker die korrekten Schadstoff-Kategorien sind.
Idealzustand scheint aus heutiger Sicht eine vielseitige Ernährung, mit Schwerpunkt gesunde Fette und Proteine, Grünzeug und Nüsse, bei Minimierung von Kohlenhydraten und Zucker. Konsequent gemacht, erzeugt der Körper dann Ketone als Treibstoff, ideal zur Fettverbrennung und ein sauberer Brennstoff für unser Gehirn, das bekanntermaßen die meiste Energie benötigt.
Wer jetzt noch seine Mahlzeiten in einem zusammenhängenden 8-Stunden- Intervall verzehrt, danach 16 Stunden fastet, hat alles richtig gemacht. In dieser Zeit sorgt der Körper nämlich dafür, dass Müll entsorgt, also abgestorbene Zellreste per Autophagie entfernt werden.
Die Bedeutung von Fitness
Zum Thema Fitness sagt Peter Attia “wer nicht sein Körpergewicht eine Minute lang an der Reckstange halten kann, dem hilft auch kein Doping.”
Statt Doping hat er Supplements gesagt, aber der deutsche Begriff Nahrungsergänzungsmittel ist mir zu sperrig.
Aktuelle Forschung kommt laut Attia zu dem Schluss, dass HIIT das Optimum für Fitness in jedem Alter sei. Hochintensitäts-Intervall-Training heisst das ausgeschrieben, der eigenen Leistungsfähigkeit angepasst. Also wenige Minuten grenzwertig belasten, Puls oder Atmung als Maßstab, dann ebenso lange erholen, dies mehrfach wiederholen. Kein Sportgerät nötig.
Kalt duschen, fasten und HIIT sind eine Art von Stress für den bequem gewordenen Körper. Stress, der Gefahr signalisiert, fast vergessene Schutzmechanismen aktiviert und uns auf diese Weise resilienter macht.
Geistige Fitness kultivieren
Fehlt noch was? Ja, der Kopf. Unser Hirn ist zwar physiologisch kein Muskel, muss aber ebenso trainiert werden. Nicht nur Information aufnehmen, sondern weiterdenken, Verbindungen mit bekannten Sachverhalten herstellen, selbst kreativ tätig sein.
In letzter Zeit schaue ich mir jeden Abend die Galerie von Midjourney an, wo faszinierende, mittels Künstlicher Intelligenz erzeugte Bilder gezeigt werden. Nun gut, mag man sagen, das holt sich die KI eben irgendwo und kombiniert es zu einem Bild. Jeder kann sich hinsetzen und sagen “male mir doch mal ein Schiff im Ozean”. Was dabei herauskommt, wird nicht beeindrucken.
Stattdessen besteht die Kreativität darin, Text-Vorgaben (prompts) so gekonnt detailliert zu formulieren, dass daraus eindrucksvolle Bilder oder Videos entstehen. Tastatur statt Pinsel.

Quelle: Midjourney
Leben wir hier so, wie ich es beschrieben habe? Klare Antwort: Jein.
Es ist gut zu wissen, was der aus heutiger Sicht optimale Lebensstil ist. Trotzdem ist es nicht jedermanns Sache, das auf den Punkt umzusetzen.
Andererseits ist es nicht schlau, solche zugänglichen Erkenntnisse einfach zu igorieren. Also tun, was einem persönlich passt, mit Ehrgeiz, aber ohne fanatisch zu werden.
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