Koruption in Panama

Bloomberg View beschreibt in einem Artikel Panama als das nächste Singapore. Ein schmeichelhafter Vergleich, aber die nicht unrealistische Zielvorstellung des Landes. Was jedoch ist der größte Unterschied, neben Disziplin und Sauberkeit, zwischen den beiden Handels- und Finanzplätzen am Pazifik?

Im Corruption Perceptions Index von Transparency International steht Singapore auf Platz 5, Panama hingegen auf Platz 102 von 177, hat sich gegenüber dem Vorjahr um 20 Plätze verschlechtert.  Nicht umsonst trägt der Bloomberg Artikel den Titel „Panama muss seinen Laden aufräumen“.

Seit 2 Jahren ist die panamesische Polizei mit handlichen Radargeräten ausgestattet und setzt diese aktiv ein. Wer herausgewunken wird, hat fast immer die Wahl zwischen Ticket oder Barzahlung ohne ein solches. Aber das ist nur die untere Ebene.

Immer wieder werden Skandale aufgedeckt, wo im Zusammenwirken einer Gruppe aus Anwohnern, Geschäftsleuten, lokalen Politikern und Beamten lukrative Grundstücke, meist in Strandnähe, den Besitzer wechseln. Oder aus eigener Anschauung der Fall, wo der Bürgermeister einer Kleinstadt im Interesse eines Projektentwicklers gegen dessen ungesetzliche Aktionen nicht vorgeht, ein Richter der völlig substanzlose Klagen durchlässt, damit das Einfrieren von Bankkonten ermöglicht usw. Das bedeutet Unsicherheit für ausländische Investoren und ist ein Verstoss gegen diverse internationale Abkommen.

Noch bedenklicher ist, dass die regierende Partei, derzeit die Cambio Democratico, inzwischen ihre Gefolgssleute auch in den Schlüsselstellen der Justiz untergebracht hat. Von Unabhängigkeit keine Rede mehr.  Positiv ist, dass diese Regierung einen wirtschaftsfreundlichen Kurs steuert, mit gewaltigen Infrastrukturprojekten Wachstum und Vollbeschäftigung generiert, der Mittelstand sichtbar wächst.

Und nun in Deutschland bitte nicht die Nase rümpfen: Wenn ein deutscher Politiker auf Einladung der Stadtwerke einer mittellosen Stadt, die von seinen Parteigenossen regiert wird, eine halbstündige Rede hält, und diese mit 25.000 EUR honoriert wird – wie nennt man das eigentlich?

 

 

Über jaypacific
Verbringe dein Leben in einer ewigen Glückseligkeit der Vorfreude, etwas zu erhoffen, zu erwarten, zu planen oder zu erträumen. ... Könnte von mir sein, ist aber von Kai Krause in "Das Wissen von morgen"

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