Flug MH370 vor der Aufklärung?

Malaysia Airlines Flug MH370 verschwand am 8. März 2014 auf dem Flug von Kuala Lumpur nach Peking, bevor er in den südlichen Indischen Ozean stürzte – mit 239 Personen an Bord.

Umfangreiche Suchoperationen in einem abgelegenen Seegebiet von 120.000 km² führten nicht zum Erfolg. Nun hat der pensionierte britische Raumfahrt-Ingenieur Richard Godfrey möglicherweise das Rätsel gelöst, die Endposition der Malysian Airlines Boeing 777 ermittelt.

Als Pilot und Vielflieger verfolge ich Luftfahrt-Unfälle seit langer Zeit. Es wird stets großer Aufwand getrieben, um selbst kleinere Vorkommnisse aufzuklären, daraus Maßnahmen für mehr Sicherheit ableiten zu können. Die Methode des Richard Godfrey kombiniert nun noch Luftfahrt-spezifisches mit einem meiner Hobbys in früheren Jahren, dem Kurzwellen-Amateurfunk.

Unter WSPR.net betreiben Funkamateure Ausbreitungsstudien elektromagnetischer Wellen im Frequenzbereich zwischen 3 und 30 MHz. Es funktioniert so, dass mit geringer Sendeleistung zu definierten Zeitpunkten ein zwei Minuten dauerndes Signal ausgesendet und von Beobachtern der Empfang zurückgemeldet, in einer umfangreichen Datenbank erfasst und ausgewertet wird. Initiator ist Jospeh H. Taylor, ein Astrophysiker an der Princeton University und Physik-Nobelpreisträger 1993.

Richard Godfrey nutzte für seine Analyse des MH370-Flugwegs die Tatsache, dass ein solch großes Objekt die Ausbreitung von Funkwellen minimal, aber nachweisbar stört. Hier wird das Prinzip veranschaulicht.

Seine Analyse der WSPR Daten hat das nun bestätigt und ihm ermöglicht, den Flugverlauf weitgehend zu rekonstruieren. Seine Ergebnisse passen perfekt zum automatisierten Datenaustausch zwischen Flugzeug und den Inmarsat-Satelliten.

Quelle: airlineratings.com

Das Bild zeigt auch, dass einer der rekonstruierten Simulatorflüge des Kapitäns Zaharie Shah noch weiter südlich der gefundenen Position endet, so als ob man von Kuala Lumpur direkt in den südlichen Indischen Ozean geflogen wäre, so weit der Treibstoff reicht.

Die Rekonstruktion von Richard Godfrey erhärtet die These vom Massen-Selbstmord des Flugkapitäns. Gewissheit wird man erst haben, wenn die Maschine aus ca. 4.000 Meter Tiefe geborgen worden sein wird.

Über jaypacific
Verbringe dein Leben in einer ewigen Glückseligkeit der Vorfreude, etwas zu erhoffen, zu erwarten, zu planen oder zu erträumen. ... Könnte von mir sein, ist aber von Kai Krause in "Das Wissen von morgen"

2 Responses to Flug MH370 vor der Aufklärung?

  1. georgous says:

    Moin, ich bin nicht vom Fach. Habe aber in der Welt(Plus) einen Artikel gelesen, wo es u.a. auch um Richard G. ging. Den Artikel könnte ich dir bei Interesse schicken. Ist vielleicht auch Promotion um ihr Buch:

    „Verschwunden“ (Ullstein) – eine detailreiche Rekonstruktion des Unglücksfluges auf mehr als 400 Seiten. De Changy dekliniert dabei jedes denkbare Szenario durch:

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