Elektrisch Auto fahren

Als ziemlich aktiver Autofahrer und zeitweiser Besitzer von ca. 25 unterschiedlichsten Modellen bin ich nach wie vor ein aufmerksamer Beobachter der Szene. Anfangs skeptisch, verfolge ich zunehmend interessiert die Aktivitäten von Tesla und deren umtriebigem CEO, Elon Musk.

Was mich interessiert ist, wie ein neues Konzept sich am Markt etabliert,welche Perspektiven es eröffnet, wie der Wettbewerb reagiert, insbesondere die deutsche Autobranche.

Was mich nicht interessiert, ist das Ökogefasel. Ein Tesla ist alles andere als ein Zero Emission Vehicle und ich habe auch noch keinen 120-kW-Supercharger gesehen, der von einem Solarpanel gespeist wird. Und das Konzept bei dem der Käufer eines Kleinwagens über eine Art CO2-Abgabe den wohlbetuchten Käufer eines Tesla subventionieren muss, kennt man ja ähnlich auch von anderswo. Hust.

Als ich vor ca. 10 Jahren mit einem Lexus RX400h mein erstes und bis heute letztes Hybridfahrzeug hatte, war das eine interessante Erfahrung. Zwei E-Motoren schalteten sich bei Bedarf dem Benziner zu, reduzierten den Gesamtverbrauch um 1 bis 2 Liter auf 100 km und machten aus dem SUV ein allrad-angetriebenes Beschleunigungswunder.

„Das Konzept würde sich doch prima in Sportwagen nutzen lassen, wo es gerade auf Beschleunigung ankommt“ dachte ich mir. Als Mercedes dann etwas später in seine S-Klasse ein zusätzliches Elektromotörchen mit 40 PS einbaute, konnte das nur ein lächerliches grünes Feigenblatt sein.

Dagegen hat Elon Musk mit Tesla konsequent ein nur-elektrisches Auto gebaut, mit den typischen Merkmalen eines Supersportwagens:

Tiefer Schwerpunkt, Drehmoment von Anfang an und ohne Ende. Perfekt.

Noch wichtiger: Tesla hat die Digitalisierung bis ins Herz des Autos gebracht:

Bedienung, Kommunikation, Navigation, Sicherheit, Unterhaltung, Motorensteuerung und Optimierung der Batterie-Ladezyklen. Upgrades passieren über Nacht, per Software.

Und jetzt, nachdem Tesla seit 4 Jahren am Markt ist, frage ich mich wie ein BMW i8 in dieses Bild passt. Ein Elektromotor mit dem man bis zu 35 km langsam elektrisch fahren kann (wozu eigentlich?) und dann wird ein Drei(!)-Zylindermotor zugeschaltet. Das zu einem Preis ab 130.000 Euro und für Leute die sonst nur mit 8 bis 12 Zylindern unterwegs sind. Brrr.

 

 

Bin das nur ich dem das Spanisch vorkommt? Fragen wir doch mal die Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes in Flensburg und vergleichen die Verkaufszahlen von Januar 2015 bis Juli 2016:

Tesla mit 2.465 Stück und BMW mit 560 Stück. Die Käufer haben klar entschieden.

Musk fusioniert nun seine Unternehmen Tesla und SolarCity, baut die größte Batteriefabrik der Welt und bringt Ende 2017 mit dem Modell 3 das elektrische Alltagsauto für 35.000 USD auf den Markt. Weitgehend autonom fahrend, ein großer Beitrag zu mehr Sicherheit.

Wie doch eine kühne Idee, konsequent umgesetzt eine 100 Jahre alte Branche umkrempeln kann.

 

 

 

 

 

 

Über jaypacific
Verbringe dein Leben in einer ewigen Glückseligkeit der Vorfreude, etwas zu erhoffen, zu erwarten, zu planen oder zu erträumen. ... Könnte von mir sein, ist aber von Kai Krause in "Das Wissen von morgen"

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: