Landpartie

Nicht Party, sondern Partie, wie Ausfahrt.

Wir haben ein langes Feiertagswochenende und ein Technokonzert am Strand, vor der Haustür. Also nix wie weg.

Erkunden wollen wir die neuen Schleusen auf der Atlantikseite und die Karibikküste von Colon Richtung Osten soweit es geht. Und da es dort außer Colon keinen Flugplatz gibt, wird es eine Autotour.

Am Donnerstag nachmittag fahren wir in die City, erledigen einige Wege und steigen im TRYP Hotel Albrook ab. Das Hotel befindet sich mitten im größten Einkaufszentrum, der Albrook Mall mit 400 Geschäften, und direkt neben dem zweitgrößten Flugplatz des Landes, Aeropuerto Marcus A Gelabert (MPMG). Das Hotel ist sehr ordentlich und auf dem Dach in der 8.Etage befindet sich ein Pool von dem man nicht nur die Hochhäuser der City gut sehen kann, sondern auch die Brücke der Amerikas, die Kräne von Puerto Balboa sowie die startenden und landenden Maschinen auf Runway 18/36.

Am nächsten Morgen geht es auf der Schnellstraße Richtung Norden, bis kurz vor Colon. Dann ostwärts entlang der Küste bis Portobello. Das Städtchen,gegründet 1597, liegt an einer geschützten Bucht und war mal ein bedeutender Tiefwasserhafen. Davon zeugen noch heute die historischen Befestigungsanlagen und Kanonen. In spanischem Besitz, wurde es 1668 durch Captain Morgan erobert und ausgeraubt. Die Engländer konnten sich aber nicht halten.

Wir fahren jetzt auf einer Asphaltstraße ostwärts. Alle Orte scheinen irgendwas mit „Nombre del Dios“ im Namen zu führen. Die Strände sind unberührt, nur selten sind touristische Projekte zu sehen. Das wird sich ändern, da es bereits einen Entwicklungsplan für die karibische Küste gibt. Die „Royal Decameron“ Gruppe hat schon ein Projekt irgendwo in der Gegend angekündigt, die wir gerade befahren.

Zwischen Bocas del Toro an der Grenze zu Costa Rica und El Porvenir, dem westlichen Ende der autonomen Gula Yala Region sind es Luftlinie mehr als 300 km karibische Küste, die auf touristische Erschließung warten. Ein gewaltiges Potential.

Unsere Straße endet in einem Kreisel, in einem Dorf hinter Palenque, direkt am Strand. Bis zur Grenze der  Guna Yala Region sind es noch 35 km, ohne befestigte Straße. Und von dort mehr als 200 km karbische Inselwelt bis zur kolumbianischen Grenze, ohne jede Straßenverbindung.

Wir fahren zurück, biegen unterwegs ab zu einer als Cay Tortuga ausgeschilderten Marina. Hinter dem bewachten Tor geht es 5 km unbefestigt durch den Wald.Dann öffnet sich eine Wiese und die Masten von knapp 20 Yachten erscheinen im Bild, wie eine Oase in der Wüste.

Da befindet sich eine Bucht hinter dem schützenden Riff und ist weiter ausgebaut worden, um sicheren Unterschlupf für die seetauglichen Boote zu bieten. Dazu einige Wohnhäuser, Funktionsgebäude, Tankanlage und Restaurant.

Wir machen Rast.

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„On the road again“ biegen wir später Richtung Isla Grande ab, ein beliebtes Wochenendziel. Dann geht es zurück nach Portobello, um unser Hotel zu finden. Das Casa Congo liegt mitten in der Altstadt am Wasser. Anlegestelle, Restaurant, darüber unser Zimmer mit Balkon. Alles ordentlich und besser als die Umgebung erwarten lässt.

casacongo

Am Samstag früh geht es wieder zurück nach Colon. Dort befindet sich die zweitgrößte Freihandelszone, nach Hongkong, sowie ein Terminal für Kreuzfahrtschiffe, kurz vor oder nach deren Kanalpassage. Wir machen uns aber auf den Weg zur Gatunschleuse, der einzigen Schleusenanlage an der Atlantikseite des Kanals.

Eine Hochbrücke um den Kanal zu überfahren ist derzeit im Bau und bis zur Fertigstellung geht es auf schwenkbaren Stahlkonstruktionen direkt über bzw. durch die Schleusenkammern der alten Gatun-Schleuse. Und kurz danach fahren wir direkt über die Baustelle und bekommen einen Eindruck von der Größe der erweiterten Anlage. Den größten Platz nehmen dabei die Wasserreservoirs ein, denn die neue Anlage soll Wasser sparen, das bei den alten Schleusen bei jeder Schleusung ungenutzt in Atlantik bzw.Pazifik abfliesst.

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Mehr und viel bessere Bilder gibt es hier. (Link zur Kanalbetreibergesellschaft)

Wir haben nun eigentlich alles geschafft und fahren zurück nach Panama City. Abendessen mit Blick auf die Skyline und Übernachten direkt am Kanal, am Sonntag morgen entspannt zurück nach Hause. Hat Spaß gemacht.

rorobruecke

Über jaypacific
Verbringe dein Leben in einer ewigen Glückseligkeit der Vorfreude, etwas zu erhoffen, zu erwarten, zu planen oder zu erträumen. ... (Kai Krause in "Das Wissen von morgen")

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